Heute mal was zur…


… NPD.

Die haben, sollte man das nicht wissen, auch einen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten gestellt. Frank Rennicke heißt dieser Mensch. Die NPD nennt ihn schön immer „Liedermacher“, „Hasssänger“ wäre bei seinen Texten deutlich passender. Texte wie „ich feiere heut Adis Ehrentag“…  (ist ein Link zu einem extra3 Video) da kommt einem doch die Galle hoch. Aber über Rennicke will ich eigentlich weniger Worte verlieren, eine wirkliche Chance hatte er ja noch weniger, als Luc Joachimson. Nun, doch, irgendwie gehts schon um Rennicke, bzw. die Haltung der NPD zur Wahl.

Es ist in der Regel recht einfach, die NPD nieder zu machen. Extra 3 schafft das immer und immer wieder. Und heute möchte ich mich mal über diesen Verein auslassen.

Zunächst einmal: Ich schreibe eine Hausarbeit über NPD und Konsorten und hab deshalb ne ganze Menge Zeug zusammen gesammelt, soviel, dass mir manchmal wirklich schlecht geworden ist. Der geistige Dünnpfiff… na gut, dazu muss glaub ich nichts gesagt werden.

Nach der Wahl zum Bundestagspräsidenten geht nun die NPD hin und will vor dem Bundesverfassungsgericht klagen, weil im Vorfeld die Kandidaten nicht korrekt benannt wurden. Originiell, dass muss man ihnen irgendwie lassen, aber glauben Voigt, Apfel und Co. wirklich, damit eine Neuwahl zu erreichen, geschweige denn ihren eigenen Kandidaten nach oben zu puschen? Bei der vorletzten Wahl schaffte Rennicke es, vier Stimmen zu bekommen (Politspiegel.at), ganze 0,33 Prozent. Ist ja gar nicht so weit weg von der absoluten Mehrheit. Vielleicht ist ja eine Klage (die auch das letzte Mal schon angestrebt wurde) wirklich sinnvoll und bringt einen näher an das Ziel heran, einen rechten Bundespräsidenten zu stellen.

Ist das eigentlich der Ernst der NPD? Es ist doch wohl ein absoluter Witz, dass sie überhaupt glauben, eine Chance zu haben. Klar, hat die LINKE auch nicht wirklich, aber wenigstens mehr Stimmen kann die Kandidatin auf sich vereinigen. Mich würde zudem brennend interessieren, wer eigentlich bei der vorletzten Wahl das rechte „Goldkehlchen“ (wie Extra3 im verlinkten Video „berichtet“) gewählt hat. Ich möchte keinem das Recht absprechen, einen Kandidaten zu stellen, aber dann krampfhaft versuchen, die Wahl für ungültig erklären zu lassen um… um was eigentlich zu erreichen? Neuwahlen, die genauso enden?

Natürlich dürfen auf der Homepage der NPD auch die typischen Hassparolen nicht fehlen. Persönlich glaube ich, dass es vollkommen wurscht ist, wer nun eigentlich gewählt worden wäre, „Volksferne“, „Multikulturalismus“ und „Auslandshörigkeit“ hätten sie wohl allen vorgeworfen, der nicht den Kopf sowas von braun hat, dass… ach, ich reg mich wieder auf. Ach ja, dass schöne Wort „Gutmenschpolitik“ darf im Kanon natürlich auch nicht fehlen… scheint neuerdings ein Lieblingswort der Rechten geworden zu sein, und ist auch immer wieder auf diversen Zeitungsseiten in den Kommentaren zu finden. Da hat der Gedanken schon gefruchtet.

Nun ja, über die NPD kann man immer gut schimpfen und lästern, aber auf der anderen Seite lassen sie auch kein politisches Fettnäpfen aus, direkt im selben Artikel bringen die Pappnasen meinen ganz persönlichen politiktheoretischen Freund Carl Schmitt ins Gespräch und zitieren ihn insofern, dass er mit seiner seltsamen entweder Freund oder Feind Idee, noch recht zu haben scheint und dass seine Demokratievorstellung korrekt wäre. Das Schmitt so braun war, dass er nach dem zweiten Weltkrieg einer der wenigen Professoren war, die ihre Stelle nicht zurück bekamen, wird schnell – und ich glaube auch gerne – übersehen.

Und ganz zum Schluss fordert die NPD natürlich eine Direktwahl des Bundespräsidenten. (Nun, ich muss zugeben, ein bisschen mehr Volksmeinung hätte in diese Wahl schon einfließen dürfen). Die Geschichte hat jedoch gezeigt, wohin das führt. Der letzte „gewählte“ Reichspräsident hat uns sieben Jahre Krieg eingebracht und ein Land in Trümmern hinterlassen. Herzlichen Glückwunsch. Das wird der NPD sicherlich auch bekannt sein, aber ich vergaß, sie sind ja die „Nationaldemokratische (haha) Partei Deutschland“. Vordergründig rot-weiß-schwarz (so präsentiert sich ja ihre Website), unten drunter aber die gleichen, braunen Idioten, wie vor sechzig Jahren. Nur weniger offensiv.Ist auch gut so. Bei einigen meiner Mitbürgerinnen und Mitbürgern (hoffentlich keiner meiner Blogleser), lässt sich in einigen Punkten nämlich schon eine Übereinstimmung mit rechten Ideen finden, seien es nun die „Intelligenztests“ oder ähnliches, zum Beispiel die schöne Namensveränderung in der Bild. Da könnte sich hinter einem Achmed P. auch mal ein Rudolf Müller verbergen – nur so am Rande.

Aber um noch mal schnell am Schluss auf Rennicke zurückzukommen… Wenn die NPD ihn das nächste Mal wieder ins Rennen schickt, bin ich gespannt, ob er überhaupt nocht Stimmen erhält – und mich würde immer noch interessieren, von wem eigentlich. Übrigens, grad entdeckt, auch in diesem Jahr hat Rennicke ganze drei Stimmen erhalten.  Waaaahnsinn. Und dafür versucht man, die Richter in Karlsruhe zu bemühen. Wegen dem d’Hondt-Verfahren.

Liebe NPD: Ihr wisst doch hoffentlich, dass ihr DAMIT auch nicht den Willen des Volkes unterstützt. In Karlsruhe müssen dann für diesen Mist mal wieder Leute arbeiten und – natürlich vom Volk – bezahlt werden. Wahrscheinlich kommt die Klage sowieos nicht durch. Wenn ja und wenn die Verfassungsrichter recht geben, dann stehen noch mal Wahlen an. Nochmal der Mist. Nochmal drei Stimmen für Rennicke – nochmal das Desaster Christian Wulff: Und alle das zu Lasten des Volks. Jawoll!

Die NPD ist doch immer wieder lustig.

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