Markus Heitz – Blutportale


Auf das Buch „Blutportale“ habe ich mich gefreut, seit Markus Heitz den Roman damals ankündigte, als ich auch einer seiner Lesungen war. Damals hatte ich den ersten Teil der Zwerge und Ritus gelesen und war total begeistert, ihn auch mal kennen zu lernen. Nun… Aber ich wollte ja über das Buch schreiben, nicht über die Lesung.

Ich hatte mir das Werk bereits im Februar gekauft und war leider nicht dazu gekommen, es zu lesen.

Nun war es endlich soweit. Und ich habe es verschlungen.

Titeldaten:

Titel: Blutportale

Autor: Markus Heitz

Erscheinungsjahr: 2008

Rezension:

Markus Heitz legt mit seinem Buch „Blutportale“ erneut ein Werk der Extra-Klasse im Urban-Fantasy Bereich vor. Manch einer wird es eher als Contemporary Fantasy bezeichnen, aber die Diskussion ist hier unwichtig. Das Buch führt zu Anfang – anders als etwa Ritus und Sanctum – ein wenig nach Indien. Nicht, dass ein Teil des Werkes in Indien spielt, das nicht, allerdings ist der männliche Protagonist Will(helm) Gul Inder und kehrt dies auch nach außen. Dass er zudem noch Florist ist, zeigt, dass Heitz wohl daran gelegen war, einen möglichst menschlichen Charakter zu schaffen. Das gelingt ihm hier. Will Gul dürfte wohl den allermeisten Lesern von Beginn an sympatisch sein.

Der Roman beginnt erschreckend blutig, man sollte jedoch nicht vergessen, dass Markus Heitz von seinen Büchern zum Teil selbst sagt, sie seien ab 16. Spätestens der Beginn dieses Buches verdeutlicht, warum.  Dieses Buch ist im Gesamten nichts für schwache Gemüter. Ist man einmal über die ersten sechzehn blutigen Seiten des Romans hinweg, beginnt die eigentliche Geschichte.

Die Fechterin Saskia begegnet ihrem größten Widersacher bei einem Fechtturnier. Dieser führt ihr einige merkwürdige Schnitte zu, die sie zunächst nicht weiter beachtet. Nachdem jedoch bei einer Feier die gesamte Partygesellschaft ausgelöscht wird, beginnt sie sich darüber Gedanken zu machen, ob sie vielleicht daran schuld ist. Es stellt sich heraus, dass sie eine „Öffnerin“ ist und verschiedenen Dingen öffnen kann. Nicht nur Türen, sondern auch Menschen, Tiere und Gefühle. Sie soll für einen Dämon namens Levantin das sogenannte Blutportal öffnen, damit dieser wieder in seine Heimat zurückkommen kann. Doch dafür benötigt sie einige Artefakte, hinterdem jedoch auch noch andere zwielichtige Gestalten her sind, die diese Artefakte dazu nutzen wollen, ihren gefürchteten Gott/Dämon in die Welt der Menschen zu holen.

Der Roman, dass muss man Heitz wirklich lassen, verliert nirgendwo an Fahrt. Ironischerweise hatte meine Ausgabe des Buches 666 Seiten, sehr verdächtig, wenn man ein Buch über Dämonen ließt. Und sie waren 666 voller Spannung und Abwechslung. So schafft es Heitz nicht nur eine spannende Suche nach den Artefakten zu beschreiben,  sondern auch noch historische Gegebenheiten näher zu erläutern, sowie seine Figuren so darzustellen, dass sie nicht plakativ, sondern durchaus facettenreich wirken. Besonders Will Gul wandelt sich vom so schüchternen Floristen hin zu einem starken Mann, der seine dunklen Seiten entdeckt. Zwar ist er streckenweise wirklich sehr blutig – so, dass ich mir teilweise dachte, es sei schon zu viel – aber nach dem vierten Buch von Heitz sollte ich mich – sollte man sich – daran gewöhnt haben. Vielleicht könnte man auch sagen, dass Heitz eine Mischung aus Fantasy und Horror präsentiert, wobei der Horror einen ganz erheblichen Teil zu dem unverwechselbaren Charakter des Autors beiträgt.

[Vorsicht Spoiler!]

Heitz zieht zudem in diesem Roman eine Verbindung zu seinen anderen Horror-Urban-Fantasy Büchern Ritus und Sanctum (über den schon aus diesen Büchern bekannten Charakter Justine) aber auch zu Kinder des Judas. Damit macht Heitz klar, dass all diese Geschichten in einem Universum spielen. Das eröffnet eine Menge Möglichkeiten, gerade auch im Hinblick auf mögliche Zusammenkünfte diverser Protagonisten. Aber es macht auch deutlich, dass Heitz möglicherweise einen sehr viel tiefgehenderen Plan verfolgt, was ich sehr reizend finde.

Werwölfe, Vampire, Dämonen, all dies sind natürlich Phänomene, die zusammengehören und die Heitz in seinem neuen Roman wirklch gekonnt zusammen bringt  – und definitiv auf mehr hoffen lässt. So kann Justine hier noch mal zeigen, was sie ist und wozu sie in der Lage ist. Und sie zeigt hier viel deutlicher ihrer gute und moralische Seite, was doch sehr erfreuend ist, da der Charakter einen Art Renaissance erleben darf. Ich hoffe, dass das auch noch mit anderen Charakteren, wie etwa Eric von Kastell aus Ritus/Sanctum.

[Spoiler endet]

Fazit:

Ich bin wirklich begeistert von Heitz‘ neuem Werk. Es hat unglaublichen Spaß gemacht, es zu lesen und ich war wirklich enttäuscht, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

Für all diejenigen, die weniger schwachen Gemüts sind, mit Blut, Dämonen, Vampiren und ähnlichen Gestalten gut klar kommen und die wirklich in diese Richtung gut unterhalten werden wollen, ist dieses Buch wirklich genau das richtige. Von mir gibt es wirklich nur eine Empfehlung für dieses Buch – nichts zu meckern.

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Ein Kommentar zu “Markus Heitz – Blutportale

  1. mglarev sagt:

    Ich denke das lese ich auch mal. Heitz ist nicht wirklich anspruchsvoll, weiß aber wie man spannend und vor allem abwechslungsreich schreibt. Macht einfach Spaß seine Werke zu lesen.

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