Simon R. Green – Wächter der Menschheit


Das Titelbild ist noch schlimmer als der Titel. Ich fands so kitischig. Allerdings gefiel mir aus irgendeinem wirklich seltsamen Grund wohl der Klappentext. Hab es dann aus einer Laune heraus erworben – im Bahnhofskiosk. Ich muss gestehen: Es war wohl eins der Bücher, die ich am schnellsten (rein von der Lesezeit her gesehen) gelesen haben. Nicht etwa, wie bei manch anderem Werk weil man die Hälfte überlesen kann, sondern weil es einfach schnell zu lesen war. Nun, auf zur Rezension.

Titeldaten:

Titel: Wächter der Menschheit

Autor: Simon R. Greeen

Originaltitel: The man with the golden torc


Rezension:

Da haben es die deutschen Übersetzter wirklich wieder geschafft. Einen Titel so zu verhunzen, dass der Witz absolut verloren geht. Ist mir eigentlich erst beim zweiten Werk (Krieg der Wächter – englisch. Daemons are forever) aufgefallen, aber „The Man with the golden Torc“ ist eine wirklich deutliche Anspielung auf „The man with the golden gun“ (zu deutsch: Der Mann mit dem goldenen Colt). Einer DER James Bond Klassiker. (Genauso wie Diamantenfieber). Dank des im Deutschen wirklich unglücklichen Titels geht tatsächlich eine Menge verloren. Nicht nur die Anspielung auf die Tarnidentität des Protagonisten (Shaman Bond), als auch sein Job als „Frontagent“ einer außergewöhnlichen Familie. Tja, einen herzlichen Dank an die deutschen Übersetzter.

Genug zum Titel. Auf zum Inhalt.

Der Frontagent Eddie Drood, Mitglied einer Familie, die die Geschicke der Menschheit überwacht und gegen allerlei fieses Kroppzeug kämpft, wird von seiner Familie verstoßen, obwohl er nichts getan hat. Er möchte wissen was los ist und entdeckt dabei ein fürchterliches Geheimnis, dass seine doch so gute Familie versteckt. Doch bis er das herausfinden kann, muss er eine Menge Dämonen oder ähnliches bekämpfen – und das in seiner goldenen Rüstung, die ihn unverbundbar macht.

Womit wir auch direkt beim Thema wären: Das Buch abgefahren zu nennen ist untertrieben. Allein die Figuren, die auftreten sind zum Schießen. Nicht immer positiv, aber häufig sehr lustig. Es ist das, was das Buch einfach zu lesen macht, aber auch das, was einen stört. Denn egal, wie gefährlich – oder skurill – die auftauchenden Dämonen sind, der Protagonist kann sie alle bekämpfen. Die einzige Gefahr geht eigentlich von den merkwürdigen Spielzeugen seines Onkels Jack (nein, er wird nicht J. genannt) aus, den alle nur „den Waffenmeister“ nennen. Nebenbei hat er auch eine merkwürdige Krankheit, die jedoch auch nicht wirklich so gefährlich zu sein scheint, dank Ich-Erzählers ist eigentlich gegeben, dass er überlebt. Man kann hier sagen, dass dies die größte Schwäche des Buches ist, die ständige Überlegenheit aller Droods und der goldenen Rüstungen, in die sie sich hüllen können. Das nimmt dem Buch eine ganze Menge Spannung und lässt die Familienmitglieder wie Götter in der Menschenwelt. Das kann einem schnell zuwider werden, da es sich über sehr viele Seiten zieht.

Allerdings ist positiv der flotte Schreibstil anzumerken. Auch wenn nie eine wirkliche Gefahr für den Helden zu bestehen scheint, passiert doch stets was, so dass einem als Leser niemals langweilig wird. Man beginnt sich eher für das Leben der Nebenfiguren zu interessieren, da doch gerade die interessantesteste, die sogenannte „wilde Hexe Molly Metcalf“, nicht unsterblich ist, wohl aber eine ungeheure Zaubermacht besitzt (was sie leider in der ein oder anderen Szene auch übermächtig erscheinen lässt).

Fazit:

Für Leute, die sich eher dafür eine „realistische“ und „gefährliche“ Urban Fantasy interessieren sollten meiner Meinung nach – sollten sie nicht wirklich was einfaches und lustiges lesen wollen – die Finger eher von dem ersten Teil dieser Reihe lassen. (der zweite ist deutlich spannender). Ansonsten würde ich sagen: Wer sich für sowas interessiert und unterhalten werden will – ohne dabei das neuste Buch eines Komikers lesen will. Es ist nicht schlecht, versteht mich nicht falsch, aber doch etwas gewöhnungsbedürftig.

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