Mal was zu kleinen „Wissenstesten“….


Einige Studenten unter euch werden f0lgende Geschichte wohl entweder kennen, oder zumindest für glaubwürdig halten. Anderen versuche ich hiermit mal einen kleinen Einblick in den Studentenalltag zu geben – in den eines Geisteswissenschaftlers. 

Quelle: wikimedia; Source: own work; Autor: unitedmissionary

Die Natur- und Strukturwissenschaft, sowie die Ingenieurswissenschaften sind in hier an der RWTH hinreichend bekannt. Und sicherlich auch hinreichend schwer.

Allerdings hört man auch immer wieder, das viele Leute zu den Vorlesungen nicht erscheinen, weil das Skript z.B sehr gut ist, die Vorlesung aufgezeichnet wird oder der Professor alles Relevante tatsächlich in den Lernraum stellt. Bei uns heißt es häufiger: Auswendig lernen!

Nun. Derzeit haben wir eine Art Ringvorlesung. Quasi jede Woche einen anderen Professor/Dozenten in der Theorievorlesung zur Literaturwissenschaft. Eigentlich gar keine so schlechte Idee. Mal alle kennen lernen usw. Aber leider kommt so einiges Negatives dabei herum. Anstelle einer Klausur liegen hier während des Semesters vier kleine Hausarbeiten an. Hausarbeit ist eigentlich zu viel gesagt. Es sind ehrlich gesagt, Multiple-Choice Tests mit vier Antwortmöglichkeiten. Dennoch scheint es nun so, als müsse man jedes Wort des Professors mitschreiben um tatsächlich alle Fragen anhand der eigenen Mitschrift, bzw. der mitgelieferten Folien zu beantworten.

Es ist schön, wenn nach Sachen gefragt wird, die man tatsächlich aufgeschrieben hat oder in den Folien vorfindet, allerdings ist es ausgesprochen unschön, wenn dann gefragt wird, von wem der Satz „Erfahrung und Beobachtung müssen unsere einzigen Führer sein“ stammt. Dieser Satz, der als „methodische Formel“  bezeichnet wird, lässt sich, wenn man nicht alles mitgeschrieben hat, quasi nur per Google finden.

Es ist nun so, dass man natürlich eigentlich nicht Google befragen sollte, sondern den Stoff aus der Vorlesung nachbearbeiten sollte um ihn auf zu verinnerlichen.

Wenn ich dann allerdings vor so einer Frage stehe, frage ich mich allen ernstes, wer soetwas mitschreibt und wem dieses Wissen essentiell was bringt. Die Frage ist nicht sonderlich intelligent und fordert quasi keine eigenen Denkleistung, sondern im Gegenteil, Stenographie.

Viele der anderen Fragen hätten sich auch deutlich besser beantworten lassen, hätte man einen Ton- oder Bildmitschnitt. Das die im Lernraum vorhandenen Folien auch nicht gerade der Bringer sind und teils zwar helfen, aber häufig eben auch nicht helfen, um den Test zu bestehen. Denn bei drei falsch beantworteten Fragen hat man den Test schon nicht bestanden.

Möglicherweise werden hier einige denken, dass ich mich künstlich aufrege und doch glücklich sein sollte, aber mir geht es hier nicht darum, dass man die Fragen beantworten „kann“, sondern um den fraglichen Zeitaufwand pro Frage. Wir sollten doch wohl den Vorlesungsstoff vorbereiten und uns nicht darum sorgen, wie man am besten bei Google danach suche kann.

Als dann die nächste Vorlesung nach dem ersten Test war, meinte die Dozentin, man müsse doch gar nicht alles mitschreiben, sondern nur das, was man für wichtig erachtet. Man solle ja auch selbst mitdenken und sich eigene Notizen darüber machen, was der Dozent vorstellt. Gut…. Schöner Vorsatz. Aber bei Fragen nach methodischen Formel, die es nur in einem Theaterstück gibt und bei Google kaum gefunden wird (natürlich auch nicht in den bereitgestellten Folien oder Texten)  frage ich mich: Wo liegt da die eigene Denkleistung?

Nach dem nächsten Test mehr dazu.

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5 Kommentare zu “Mal was zu kleinen „Wissenstesten“….

  1. Anna sagt:

    Hi Eva, hört sich so an, als sollten sich die Testdesigner mal einige Hinweise zu gutem Testdesign anschauen/durchlesen. Es gibt an der RWTH auch eine eAssessment-Schulung, die darauf eingeht…

    Viele Grüße
    Anna

  2. Sora sagt:

    Ich kenne diese Teste. Deren einzige Funktion ist es, Verlegenheitsstudenten herauszufiltern. Es gibt weder Noten, noch sonst irgendeine Bewertung und dementsprechend finde ich tatsächlich, dass du dich hier künstlich aufregst. Fakt ist, dass das Verhalten der Studierenden in der Lehrveranstaltungen gelinde gesagt unter aller Sau ist (aber wenn man darüber mit Jemandem spricht, sind es natürlich immer „die Anderen“). Solche Tests sind Verzweiflungstaten und zeigen wiedermal warum man nicht an der RWTH (TH!) Geisteswissenschaften studieren sollte. Traurig, aber wahr.

  3. Michael sagt:

    Diese Tests sind mies. Aber noch mieser ist die Überprüfung als Klausur am Ende (so wie dieses Semester). Kann sich jemand noch an die Fragen/ Aufgaben der Wissenstests erinnern?

  4. kimmi sagt:

    Hallo Eva,

    durch eben dieses Googeln der methodischen Formel „Erfahrung und Beobachtung müssen unsere einzigen Führer sein“, bin ich auf deine Seite gestoßen. Die Theorievorlesung wird dieses Jahr mit einem Test am Ende abgeschlossen…

    Hast du eventuell ein paar Tips…LG

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