Jim Butcher – Proven Guilty


Heute mal wieder etwas von Harry Dresden, Chicagos einzigem Detektiv, der auch so einiges an magischen Kräften zu bieten hat. Ich habe mittlerweile die ersten acht Bände gelesen und „Proven Guilty“ ist wirklich eines der Besten.

Hier erstmal die Titeldaten:

Titel: Proven Guilty

 

Autor: Jim Butcher

Erscheinungsjahr: 2006

Rezension:

Inhalt:

Es geht um sehr viele verschiedene Dinge in diesem Buch. Im Vordergrund stehen jedoch einige merkwürdige Todesfälle und Krankheiten, die ganz offensichtlich von aus Horrorfilmen beschworenen Wesen ausgelöst worden sind. Natürlich versucht Harry zuerst einmal herauszufinden, wer dahinter steckt, gleichzeitig hat er es aber mit Molly, der Tochter seines Freundes Michael, und dessen sehr energischer Frau Charity zu tun. Doch auch der „White Council“ und Harrys neue Verpflichtung als Wächter haben große Aufgaben für den Magier. Er soll mit den Sidhe (Feen) in Kontakt treten um sie zu einem Kampf gegen den „Roten Hof“, die Vampire zu führen.Familiäre Probleme mit seinem Bruder Thomas und der Polizistin Murphy stehen auch noch auf dem Programm…

Kritik:

Proven Guilty, zu deutsch etwa „Erwiesen Schuldig“ ist ein Buch, welches viele alte Handlungsfäden aus den vorhergegangen Harry Dresden Teilen wieder aufgreift und auch den ein oder anderen Charakter, der längere Zeit abstinent war. Das Wiedersehen ist in weiten Teilen sehr erfreulich. Gerade der Ritter Michael, den man schon vermisst hatte, spielt hier – wenngleich auch eher eine kleine – Rolle. Eine ganz große hingegen spielt seine Tochter Molly, deren Freunde einem mysteriösen Schwarzmagier zum Opfer fallen. Das aber auch mit ihr was nicht stimmt, erfährt der Leser doch sehr früh. Das Buch bleibt jedoch durchgehende spannend, da sich nicht nur die Geschichte in sich stringend fortentwickelt, sondern auch die Handlungsfäden aus den vorhergegangen Teilen aufgreift und weiter führt. So wird immer eindringlicher, wie schlecht die Situation für den „White Council“ – den Rat der weißen Magier – in Bedrängnis geraten ist.

Die Sidhe spielen erneut eine sehr große Rolle und man darf gespannt sein, wie sich die Geschichte hier weiterentwickelt, vor allem im Hinblick auf kommende Titel.

Doch lassen sich an diesem Buch auch einige – wenn auch kleinere – Schwächen bemerken. So ist der Charakter von Michaels Tochter Molly zeitweise etwas blutleer. Mit dem Charakter warm zu werden, kann sich durchaus als schwierig gestalten. Sie ist keine direkte Identifikationsfigur für den Leser, außer, dieser ist eine Art Cyperpunkt mit einer großen Liebe zu Horrorfilmen. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb es so scheint, dass sich Harry eher Gedanken um seine Beziehung zu Michael macht, als um Molly selbst. Beim Lesen kann dann schnell das Gefühl aufkommen, Harry nimmt all die Aufopferung nicht auf sich um ein junges Mädchen zu retten, sondern um sein eigenen schlechtes Gewissen vor Michael zu reinigen.

VORSICHT SPOILER

Vielleicht stößt es deshalb auch etwas übel auf, dass Molly sich letztendlich nicht nur als Urheberin der ganzen schrecklichen Taten entpuppt (das erwartet man als Leser aber durchaus auch schon länger) sondern auch großes magisches Potential besitzt – wie auch ihre Mutter, die dieses jedoch verleugnete. Das dadurch für Molly die Gefahr erwächst, wegen Übertretung der magischen Gesetzte, bzw. Nutzung schwarzer Magie verurteilt zu werden, liegt für den Leser recht zeitig auf der Hand. Es ist eine durchaus interessante Frage, wie Harry dieses Dilemma lösen wird. Aber für den Leser stellt sich weniger die Frage nach dem Tod Mollys, sondern nach der Frage, wie Harry damit umgeht, die Tochter seines besten Freundes möglicherweise dem Tod zu übergeben.

Fazit:

Auch dieses Buch ist wieder ein Muss für einen Harry-Dresden Fan. Einem Neueinsteiger würde ich es nicht empfehlen, dazu wird zu viel Bezug auf vorangegangen Bücher genommen, auch ist es nicht der stärkste Band der Reihe.

PS: Es wird vielleicht so manch einen erfreuen: Die Harry-Dresden-Reihe scheint in einem anderen Verlag auch auf DEUTSCH wieder zu erscheinen, nachdem sie für Knaur wohl nicht genügend Geld abgeworfen hat.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Jim Butcher – Proven Guilty

  1. mglarev sagt:

    Mir hat das Buch auch extrem gut gefallen. Sehr zu empfehlen. Anfangs noch ein wenig klischeebeladen, fast trashig, wird Jim Butchers Buchreihe langsam aber sicher zu einem richtigem Epos.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s