Parkraumbewirtschaftung


Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Artikel zum Batman Heft 52 stehen, aus  gegebenem Grund verfasse ich hier aber mal einen Text zum Parkraumraub – entschuldigung – der Parkraumbewirtschaftung der RWTH Aachen:

Sehr geehrte Damen und Herrin der Verwaltung der RWTH, an den ASTA und alle anderen, die für die „Parkraumbewirtschaftung“ zu entscheiden haben!

Vielen Dank für die wunderbare Idee, in Zukunft die Parkplätze der RWTH – insbesondere das Studentenparkhaus – kostenpflichtig zu machen. Denn, wir haben ja alle fünf Euro im Monat um uns damit einen Parkplatz in Uninähe zu kaufen. Und wer benötigt schon den Parkplatz nur wenn er Klausuren schreibt, oder mal ausnahmsweise mit dem Auto seiner Eltern fährt? Richtig niemand. Und da freuen sich dann die Leute, die für die RWTH arbeiten, die haben nämlich immer einen sicheren Parkplatz. Gerade im so genial gelegenen Studentenparkhaus mit kurzem Weg zum Audimax und angemessener Wegstrecke zum Karmán…

MOMENT MAL…. Ganz ehrlich? Was soll denn die beknackte Scheiße? Wir machen das Studentenparkhaus und den riesigen, selten vollbesetzten Parkplatz (ich habe ihn noch nie vollbesetz erlebt) am Informatikzentrum kostenpflichtig, warum genau: (Achtung, jetzt kommt die ASTA-Begründung):

„Die Parkraumbewirtschaftung wird im Wesentlichen eingeführt, da eine Nachweispflicht entsprechender Stellplätze gegenüber der Stadt Aachen besteht. Infolge dessen ist es derzeit nicht möglich weitere, dringend benötigte, Bauvorhaben (Hörsaalzentrum Claßenstraße oder neue Seminargebäude) zu realisieren, da die erforderlichen Stellplätze im RWTH-Kernbereich nicht (nachträglich) geschaffen werden können. Die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze kann jedoch aufgrund des von der Hochschule vorgelegten Mobilitätskonzeptes (welches u.a. eine Parkraumbewirtschaftung beinhaltet) reduziert werden.“ (ASTA RWTH, 90 Sekunden, Ausgabe Kalenderwoche 14 2011).

Mit anderen Worten – so verstehe ich das – man beschließt die Bewirtschaftung, um damit der Stadt gegenüber genau was zu zeigen? Dass man die Parkplätze benötigt? Dass man die entsprechenden Parkplätze hat? Dass ist für mich keine verständliche und erst recht keine nachvollziehbarer Erklärung. Denn die Anzahl der Studenten und Mitarbeiter, die einen Parkausweis „erwerben“, gibt KEINE Antwort darauf, wieviele Parkplätze denn nun benötigt werden. Benutzt – ja vielleicht. Aber wäre es dann nicht einfacher gewesen, vielleicht eine kleine E-Mail Umfrage zu machen? Nein. 15 Euro müssen mindestens pro Semester gezahlt werden (da es zwar 5€ im Monat sind, das Ticket aber für mindestens drei Monate gekauft werden muss) um in uninähe Parken zu können. Und der Rest? Wenn man mal ausnahmsweise mit dem Auto kommt? Ja genau. Dann darf man in Aachen einen Parkplatz suchen, was ja soooo einfach und soooo billig ist. Für sechs-sieben Stunden im Parkhaus kann man gerne mal 10 Euro bezahlen. Und einen Parkplatz für die gleiche Zeit zu finden, der kostenlos ist, ist quasi unmöglich.

Jetzt könnte man, dass das Parkticket – oder viel besser, wie das Ding richtig auch hießt: Jobticket – da dann doch günstiger ist. Ist aber Quatsch, denn 15 Euro muss man ja so oder so berappen, auch wenn ich sonst gar keinen Parkplatz benötigt.

Das absolute Highlight finde ich aber, ist die Kostenpflichtigkeit des STUDENTENPARKHAUS in der Professor-Pilet-Straße. Läuft es nicht dem Konzept zuwider, ein Parkhaus mehr oder minder als Studenenparkhaus zu bezeichnen, wenn man dort als Student zahlen muss? Wenn jetzt jemand argumentiert, dass dort auch Leute ohne Studentenausweis parken können: Warum dann nicht unsere tolle neue Bluecard als Ausweis benutzen? Oder jemanden hinstellen, der das überwacht?

Nein, alles kostenpflichtigt. Und die ganzen 15 Euro gehen für was drauf? Den Verwaltungsaufwand? Gehen die an die Stadt wegen der Nachweispflicht für Parkplätze damit auch die Stadt was von den hochschuleigenen Parkplätzen hat? Oder gehen die an den ASTA und die Verantwortlichen, damit die zweimal im Jahr schön Essen gehen können? Oder werden sie (wennglich der ASTA etwas anderes versichert) vielleicht doch zur Ersetzung der wegfallenden Studiengebühren genutzt?

Wie dem auch sei: Verständnis für diese Parkraumbewirtschaftung – und das Wort Bewirtschaftung beinhaltet ja geradezu ein Gewinnbestreben – kann und werde ich nie haben. Denn die Parkplätze an einer Bildungseinrichtung sollten allen offen stehen, die sie benötigen. Kostenlos versteht sich. Denn auch ohne Studiengebühren sind Studenten nicht gerade die reichsten.

Ich finde es in jedem Fall ein Unding, so etwas einzuführen und dann – wie der ASTA es schön vorgemacht hat – eine so merkwürdige Begründung dafür zu finden. Das stinkt mir ganz gewaltig nach einem unglaublich bürokratischem Aufwand für etwas, dass die meisten Studenten – die eine Universität zwangsläufig benötigt – sowieso ablehnen werden. Ich finde es in jedem Fall auch schade, dass erst ein so riesiges Parkhaus wie das Studentenparkhaus erweitert wird, um dann kostenpflichtig zu werden. Mit dem Auto werde ich sicherlich so schnell nicht mehr nach Aachen fahren, wenn ich entweder dazu gezwungen bin, für die Stadt ordentlich zu berappen oder für die Uni. Das mag kleinkariert sein, aber ich war vor kurzem erst heilfroh, überhaupt einen Parkplatz in Aachen finden zu können, wo ich auch mein Auto (bzw. das meiner Eltern) über Nacht stehen lassen konnte, ohne Gefahr zu laufen, dass es abgeschleppt wird, wie es in Aachen auch immer häufiger der Fall ist.

Sollte sich jetzt jemand vom ASTA oder von der Verwaltung dazu berufen fühlen, hier eine Stellungsnahme abzugeben, dann kann er das tun. Aber bitte nur, wenn es eine eindeutige, vernünftige und nachvollziehbare – und zwar für MICH nachvollziehbare – Erklärung gibt, warum dieser Parkraumraub betrieben wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Eine Studentin

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6 Kommentare zu “Parkraumbewirtschaftung

  1. Naishra sagt:

    Was für einen riesigen Mist die Uni da wieder macht… wusste ich garnichts von. Vor allem weil das Parkhaus ja als Paradebeispiel galt für von den Studiengebühren finanziert und so.

  2. mglarev sagt:

    Spricht mir aus der Seele

  3. Nur weil es ein „Studentenparkhaus“ ist, heißt das noch lange nicht, dass es kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Der Beitrag von 5 Euro im Monat ist absolut verhältnismäßig, gerade weil du ja selber sagst, dass kein (kostenloser) Parkraum in Aachen zur Verfügung steht. Schau dich mal in anderen Städten um (Berlin, München, selbst Leipzig um nur mal einige Beispiele zu nennen), da gibt es nicht mal Studentenparkhäuser oder auch nur sowas in der Art. Das ist Jammern auf höchstem Niveau.

    • Der Punkt ist, dass das Studentparkhaus von Studiengebühren finanziert und gebaut worden ist. Es ist somit schon bezahlt. Es bleibt ja auch nicht bei den 5 Euro, man muss 15 bezahlen. Die Parkplätze in Aachen sind rar gesäht und in Uni-nähe teils sehr schwer zu finden.
      Ich finde die 5 Euro für Studis auf jeden Fall zu viel

  4. blockbuster sagt:

    ziemlich unreife gequirlte kacke, was du da von dir gegeben hast.
    das zeigt, das hier jemand keine ahnung von gewissen abhängigkeiten, vorschriften (bauvorschriften) auflagen (städtisch) etc. etc. hat.
    5,– euro ist ein absolut läppischer betrag. 15,– in drei Monten, na und.
    dafür kannste parken. Park mal offiziell bei ner parkuhr…
    studentenparkahus heisst im übrigen nicht automatisch umsonst.
    also stundent-in sein, heisst anscheinend…alles umsonst. warum keine wohnung umsonst,
    warum überhaupt für etwas zahlen.
    also so ne unreife kacke kann man nur schreiben , wenn noch ne gehörige portio lebenserfahrung fehlt.
    alle gebäude, auch parkhäuser, stellen sich nicht von alleine auf. auch betreiben sie sich nicht alleine, sondern dazu gehört reinigung, pflege, wartung, personal. etc. etc.
    herrgott was sind 5,– euro, säufts halt 2 bier weniger bei den hundert partys auf die dur gehtst und keine kosten scheuchst.

    • Mir sind an der Sache „damals“ ein paar Dinge unangenehm aufgestoßen. Auch solche, die ich im Artikel nicht noch einmal explizit erwähnt habe.

      1. Das Studentenparkhaus ist „anno dazumal“ von Studiengebühren mitfinanziert worden.
      2. Die Begründung des ASTAs ist nicht verständlich. Ich weiß mittlerweile was gemeint ist, kann mir aber immer noch nicht erklären, was das nachweist. Die RWTH braucht viel mehr Parkplätze als vorhanden sind, nur werden sich die wenigsten Studenten, die nur für ein Klausur kommen, auch ein solches Parkticket holen.
      3. Das Studentenparkhaus habe ich seit Einführung des Tickets nicht einmal mehr „halbvoll“ gesehen. Eine solch riesige Fläche anzulegen, auf der dann keiner parkt, halte ich für Verschwendung.
      4. Die Professoren oben am Informatikzentrum beschweren sich zu Recht, weil dort – wie auch im Studentenparkhaus IMMER genug Platz gewesen ist. Wäre das Parkticket eine Reaktion auf Parkplatzmangel, dann hätte man mal schauen sollen, wo der Mangel denn herrscht (nämlich in der Innenstadt, nicht in den Randgebieten).
      5. Es gibt viele Studenten, die eben nicht regelmäßig mit dem Auto pendeln. Wenn diese dann für EINMAL in Aachen parken 15 Euro berappen müssen, rate ich diesen, besser in ein ASEAG Parkhaus zu gehen. Da kommt man im Zweifelsfalle billiger weg.
      6. Durch Punkt sechs könnte das Verkehrsproblem „Parken“ in der Innenstadt „verschärft“ worden sein, da dort diese oben genannten „Einmal-Parker“ jetzt einen Parkplatz suchen.
      7. Wenigstens das Studentenparkhaus hätte für Studenten frei bleiben können. Über die Bluecard ließe sich das sogar prima regeln.
      8. Ich muss mich nicht beleidigen lassen. Erst recht nicht in der Art und Weise, wie Sie es hier tun.

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