Masterprobleme


Liebe Fakultät 7 der RWTH-Aachen,

Wenn die eigenen Pläne in Rauch aufgehen. (Bild von Ralf Roletschek) Originallink zum Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2008-10-19-niederfinow-39.jpg

ich wende mich hiermit wegen eines Problems an Sie, welches Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben.
Oder aber bedacht – und ignoriert haben.
Oder bedacht, nicht ignoriert, aber beiseite geschoben haben.

Aber von vorne:
Als ich vor zwei Jahren (also WS 09/10) angefangen habe, einen Zwei-Fach-Bachelor in Aachen zu studieren, ist eine Umfrage gemacht worden, ob es uns lieber wäre, einen Ein-Fach-Bachelor/Master oder einen Haupt-Nebenfach-Bachelor/Master zu machen (für alle, die es nicht wissen: Zwei-Fach-Bachelor/Master heißt, dass ich zwei Fächer gleichgewichtet studiere). Ich war neu im Studium und habe mich von den älteren Studenten in dieser Umfrage wohl etwas beeinflussen lassen. Vermutlich haben diese es auch unbewusst gemacht. Auf jeden Fall war ich damals, wenn mich nicht alles täuscht, dafür, dass man den Zwei-Fach-Bachelor/Master umstellt auf ein „Haupt- und Nebenfach-System.“ Oder, dass man eine Wahlfreiheit lässt. Danach habe ich nichts mehr davon gehört. Gar nichts. Nada. Weder über das Seniorat, noch über das Dekanat noch über die Fakultät.
Weil ich jetzt bereits im fünften Semester bin und im nächsten Semester meine Bachelorarbeit schreiben möchte, gewinnt das Thema „Master“ einen neue Brisanz für mich. In den zwei Jahren, die ich bereits in Aachen studiere, habe ich mich darauf vorbereitet und auch dafür entschieden, hier in Aachen meinen Zwei-Fach-Master zu machen. Vor einigen Wochen redete ich mit einigen Kommilitonen darüber, die mir mitteilten, es wäre IRGENDWANN mal eine E-Mail vom Seniorat herumgegangen, in der gestanden habe, dass der Einfach-Master zum WS 2012/2013 (also MEINEM Masteranfang) kommen soll. Ich war baff. Darüber liegt nämlich weder auf der Dekantatsseite, noch auf der Seite der jeweiligen Institute eine Meldung vor. Im Gegenteil. Dort wird immer noch der alte Masterstudienplan „beworben“.
Ergo: Ich habe bei der Fachstudienberatung angerufen. Diese teilte mir mit, dass da ein Einfach-Master in der Planung wäre, der FRÜHESTENS zum WS 2012/2013 kommen sollte. Die nette Frau am Telefon meine AUCH, dass es sehr, sehr unwahrscheinlich wäre, dass das tatsächlich klappt. Eva ist also beruhigt.

Nun sind wir zwei-drei Wochen später. Da geht eine E-Mail vom Germanistik-Seniorat rum, in der steht, dass man uns an der Gestaltung eines neuen Bachelors, auf den der Master dann aufbauen soll, beteiligen sollten. Und IN dieser E-Mail steht drin, dass dieser neue Studiengang SPÄTESTENS zum WS 2013/2014 eingerichtet werden soll. Ui. Tolle Wurst (wie mein Vater zu sagen pflegt).
Ich habe mir die ganze Sache natürlich betrachtet und auch meine Meinung dazu kund getan. Einmal in einer (schlechten) Umfrage, und einmal via E-Mail beim Seniorat. Diese haben mir mittlerweile auch geantwortet, konnte mir aber in den brennensten Frage nicht weiterhelfen.

Mein Problem liegt nämlich genau HIER:

WARUM gibt man bei solchen GRUNDSATZFRAGEN ein Datum an, wann etwas SPÄTESTENS eingerichtet werden soll? Ich will eine Antwort darüber haben, wann etwas FRÜHESTENS kommt. Dies hat einen einfachen Grund:
Ich möchte wissen, ob ich mein Studium, so wie ich es vor einem halben Jahr geplant habe, auch weiter führen kann. Schließlich habe ich hier in Aachen eine Wohnung (mit meinem Freund), die ich ungerne aufgeben möchte, ich habe mich eingelebt und bin zufrieden. Im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen möchte ich keine Einfach-Master (mehr) machen, und die meisten von diesen haben sich sogar schon Universitäten ausgesucht oder zumindest einige präferiert, an die sie wechseln wollen um da ihren Master zu machen. Das finde ich vollkommen in Ordnung, jeder darf da studieren, wo er möchte.
Das jetzt in Aachen eventuell (Betonung eventuell) ein Ein-Fach-Master kommt, macht die Situation nämlich auch für sie (wieder) komplizierter. Will man dann vielleicht doch hier bleiben? Was, wenn der Master dann doch nicht kommt?

Aber WARUM schafft es dann die RWTH (bzw. die Verantwortlichen) nicht, rechtzeitig darüber zu informieren,

Hart ausgebremst

wie der Stand der Dinge ist? Und ich meine damit nicht ein halbes Jahr (also ein knappes Semester) vorher, sondern ich meine damit MINDESTENS ein Jahr vorher. Denn ein Universitätswechsel muss geplant werden, eine Zukunft muss geplant werden. Und das geht nicht einfach so. Das geht gerade nicht zwangsläufig in einem halben Jahr, wenn man bisher andere Pläne hatte.
Ganz ehrlich? Ich studiere noch keine drei Jahr hier in Aachen, habe schon eine Prüfungsordnungswechsel mitgemacht, war in einigen Veranstaltung Versuchskaninchen (und damit häufig Mit-Leidtragende) und habe mich durch Modulvorschrift um Modulvorschrift gequält, um zu wissen, wo ich Teilnahme- und wo ich Leistungsnachweise brauche. Das war nicht schön. Ich habe keine LUST und eigentlich auch keine Nerven mehr dafür, im Master WIEDER ein solches Versuchskaninchen zu sein, nur weil man jetzt unbedingt was vom Zaun brechen möchte. Warum nicht einfach den Zwei-Fach-Master auslaufen lassen? Momentan haben wir doch auch mindestens zwei verschieden Bachelorprüfungsordnungen, wir haben Lehrämtler (Staatsexamen), Magister und Master in unseren Veranstaltungen. Wieso kann man es dann nicht schaffen, für alle, die spätestens im WS 2011/2012 angefangen haben (mit dem Bachelor), einen Zwei-Fach-Master anzubieten und ihn danach (wie die Diplomstudiengänge in etwa auch) auslaufen zu lassen? Ich weiß, dass das kompliziert ist. Aber ich fände es deutlich fairer, als dieser doch etwas plötzliche und ziemlich unkoordinierte Auftritt eines neuen Studiengangs.

Ich möchte mich nämlich NICHT zwischen einem meiner Fächer entscheiden. Ich mache beide gerne. Hätte ich vor zwei Jahren gewusst, das der Master hier nicht als Zwei-Fach-Master angeboten wird, dann hätte ich vielleicht anders studiert. Vielleicht hätte ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, an eine andere (nahegelegen) Universität zu wechseln. Aber jetzt? Jetzt ist das meines Erachtens viel zu spät. Und auch die vom Seniorat ausgehende Angabe, man wolle bis zum Ende des jetzigen WS fertig sein halte ich a) für utopisch und b) für genauso kurzfristig.

Versuchskaninchen - Klein und unschuldig. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baby_rabbit_nest.jpg

Ebenso ein Problem ergibt sich für auswärtige Studenten. Denn diese wissen vermutlich noch GAR NICHTS von dem neuen Plan. Wenn ich also jetzt überlege, von einer anderen Uni nach Aachen zu wechseln, dann rechne ich damit, dass es hier einen Zwei-Fach-Master gibt, denn ich studieren kann. In einer beliebigen Kombination. Da sich – wie bereits gesagt – auch keine anderen Informationen finden lassen, würde ich davon ausgehen, dass sich da auch nichts ändert. Dass es das doch tut, ist eben nicht einsehbar.
Das heißt: Wenn ich mich als Auswärtiger jetzt dafür entscheide, in Aachen zu studieren, vielleicht sogar schon anfange mit einer Wohnungssuche (früh übt sich) und mich mental auch darauf vorbereite, hier zu studieren und dann ein halbes Jahr (maximal) vorher darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, dass das doch nicht geht, halte ich für grenzwertig. Das wirft auch kein gutes Licht auf die Arbeit des Dekanats.

Zudem gibt es speziell mit der Vorstellung des neuen Bachelorstudiengangs in der „Germanistik“ (ich studiere ja noch Literaturwissenschaft, was sich unterscheidet). Man möchte nämlich gerne die Germanistik, die Romanistik und die Anglizistik zusammen packen. Heißt das jetzt, dass ich Englisch und Französisch können muss? Problem 1: Ich spreche kein Französisch. Problem 2: Mein Englisch ist nicht annähernd gut genug für ein Studium dieser Sprache. Problem 3: Wenn sich der neue Master am Bachelor orientiert, soll ich dann plötzlich im Master Französisch sprechen? Fragen, die mir bisher keiner beantwortet hat.
Zudem würde ich gerne auch mein Politikstudium so fortsetzten, wie ich es bisher geplant habe. Dort gibt es auch keinerlei Information darüber, wie sich das denn da gestalten soll.

Alles in allem bin ich mehr als unzufrieden mit der Informationspolitik. Das Seniorat – da bin ich mir eigentlich sicher, nachdem ich auf meine erste Beschwerde eine Antwort bekommen habe – kann da recht wenig für. Aber das Dekanat hätte vielleicht nicht auf eine Umfrage zurückgreifen sollen, die vor zwei Jahren gemacht worden ist, sondern jetzt noch mal fragen sollen. Und zwar vor allem diejenigen, die es bald betreffen könnte. Das sind nicht einmal zwangsweise die im dritten Semester. Aber ich finde, im fünften haben doch viele ihren weiteren Universitätsweg geplant und haben sich dann entweder für oder gegen einen Universitätswechsel (oder den Master überhaupt) entschieden.
Das da jetzt sowas läuft sollte meines Erachtens noch mal genau überdacht werden und zwar so, dass man vielleicht auch ein ganzes Jahr Zeit hat, darüber nachzudenken (z.B. in dem man den tatsächlichen Wechsel erst zum WS 2013/2014 macht. Dann haben diejenigen, die jetzt im dritten Semester sind, wenigstens noch genug Zeit, sich da was zu überlegen.

Mit freundlichen Grüßen,

Eva

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Ein Kommentar zu “Masterprobleme

  1. befilmt sagt:

    Hui, na da kommt ja einiges auf euch zu. in beiden fächern einen mater machen geht gar nicht? oder einen überleitenden master, der beide fächer umfasst (wie eine fba in der matura) ?

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