Ein leidiges Thema


Liebe ASEAG, lieber AStA,

seit fast zweieinhalb Jahren studiere ich jetzt in Aachen. Und jedes Semester, tatsächlich jedes Semester,

Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Jasonbruce1944; CC some rights reserved

habe ich das Gefühl, dass der AStA und die ASEAG sich (mal wieder) über das Semesterticket streiten. Weil die ASEAG mal wieder das Ticket erhöhen will, der AStA dies nicht will und dann hat man sich in die Haare bekommen. Heute schreiben die Aachener Nachrichten, dass es mal wieder so weit ist. Die ASEAG möchte die Preise erhöhen, der ASTA wehrt sich und jetzt scheint es nicht ganz unmöglich, dass das Semesterticket direkt ganz wegfällt (LINK). Ja klar, AStA, dies wird vermutlich genau DAS sein, was die Studenten wollen.

12 Euro im Halbjahr sind viel – aber, betrachtet man mal die Leistungen – ist es doch wenig. Denn wenn man mal überlegt, wie oft viele Studenten mit dem Bus fahren (tagtäglich, zur Uni, zur Arbeit usw.) und wie viel Geld man zahlen müsste, wenn man für diese Fahrt zahlen müsste – na dann gute Nacht.
Denn weder hat jeder Student ein Auto, noch wohnt jeder Student so uninah, dass eine Fahrradfahrt bequem wäre. Im Gegenteil. Im Winter will doch hier keine freiwillig Fahrrad fahren. Und ich habe auch keine Lust, morgens direkt verschwitzt in die Uni zu kommen. Weder im Sommer – noch im Winter.

Dazu kommt, dass viele Studenten von außerhalb kommen. Aus Würselen, Eschweiler, Stolberg, Übach, Geilenkirchen und von weiter her. Und viele von diesen pendeln diese Strecke und sparen damit Geld für eine Wohnung in Aachen – die bekanntlich auch immer knapper werden.
Außerdem fahren viele Studenten auch gerne mal zu ihren Eltern (innerhalb und außerhalb NRWs) und ganz ehrlich? Auch wenn ich „nur“ eine Stunde neunundfünfzig oder zwei Stunden dreiundzwanzig unterwegs bin, habe ich kein Bedürfnis danach, für eine Fahrt am Freitag 22,80Euro zu bezahlen (oder gar mehr) und auf der Rückfahrt noch mal den gleichen Betrag. 45,80 Euro… ganz ehrlich? Da kann ich die 12 Euro Erhöhung auf das Semesterticket eher verkraften.

Ich brauche – und ich glaube auch, dass ich da nicht die einzige bin – keinen sturen AStA, der darauf pocht, dass es KEINE Erhöhung geben darf, sondern ich brauche ein Semesterticket, mit dem ich mich frei in Aachen und in NRW bewegen kann. Für anderes ist das Geld sonst gar nicht (mehr) da.

Es braut sich was zusammen... Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: longhorndave; Lizenz: CC some rights reserved

Und an die ASEAG: Wenn da schon mehr Geld gefordert wird, dann bitte auch mehr Leistung bringen. Damit meine ich insbesondere zu Stoßzeiten größere Busse und eine regulärere Fahrzeit der neu eingerichteten Linie 73. Darüber hinaus würde ich vielleicht sogar noch eine Buslinie auf der gleichen Strecke wie die 73 einrichten um damit die Haltestellen Driescher Gässchen, Audimax und Halifaxstraße, sowie die danach kommenden Haltestellen ordentlich bedienen zu können.

Darüber hinaus würde ich mich über Busfahrer freuen, die nicht nur zwei Zustände kennen – Vollgas und Vollbremsung und die nicht pampig werden, wenn man sie etwas frag.
Ich würde mich auch darüber freuen, wenn die Busse ausnahmsweise mal pünktlich kämen – und damit meine ich weder zwei Minuten zu früh, noch fünf Minuten zu spät. Ab und an habe ich da Verständnis für, denn der Verkehr ist nun mal nicht immer zu 100% kalkulierbar. Aber wenn der Fahrplan so eng gesteckt ist, dass die Busse nur nach 19.00 Uhr pünktlich sind, dann ist das meiner Meinung nach eine Fehlkalkulation.
Weiterhin wäre es vernünftig, die Busfahrzeiten ein bisschen mehr an die Universitätszeiten anzupassen, so, dass man nicht zwei Minuten eher aus der Vorlesung raus muss, um den Bus vor dem Gebäude zu bekommen und dann mindestens sieben Minuten auf den nächsten zu warten – zu meist mehr.

Auch würde ich mir wünschen, dass die Linien 13 und 3 mit größeren Bussen ausgestattet werden würde, vielleicht nicht in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, aber zumindest ab 8.00, denn dann fahren wirklich viele Studenten. Freundlichere Fahrgastkontrolleure und weniger abwegige Bearbeitungsgebühren bei vergessenen (!) Fahrscheinen wäre auch was Schönes.

Als Fazit möchte ich festhalten: Für die Studenten bringt das alles nichts. Erst recht bringt es nichts, stur zu bleiben und auf die eigenen Meinung zu beharren. Denn die meisten Studenten – schätze ich – würden tatsächlich eher einem Semesterticket für 12 Euro mehr akzeptieren, als gar kein Semesterticket. Und wenn das nicht passt, dann sollte man vielleicht an einem Ticket überlegen, dass sich die Studenten kaufen können, die es haben möchten. Aber auch diese Lösung halte ich in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Ticket vermutlich auch ziemlich viel kosten würde, eher für die schlechtere.

Also, lieber AStA, liebe ASEAG: Zusammenreisen, zusammenarbeiten und an die Studenten denken. Denn weder möchte die ASEAG 30.000 potentielle Kunden verlieren, noch kann der AStA wollen, dass man es auf ihnen abläd, dass es kein Semesterticket mehr gibt. Und ich wage zu prophezeihen: So wird es kommen, kommt das nächste Semester kein Semesterticket mehr.

Mit freundlichen Grüßen,

Eva

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