Dem Baum zur Ehr‘


Bild von: Klaus Kappel aus den Wikimedia Commons
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Link: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baum-mw.jpg

In Aachen, meiner momentanen Wahlheimat, beherrscht seit einiger Zeit unter anderem ein Thema die Nachrichten. Der Umgau des Templergrabens, die Straße vor dem Hauptgebäude der RWTH. Dort soll ein sogenannter Shared Space entstehen, wie es sie schon seit einiger Zeit in den Niederlanden gibt. Beim Shared Space Konzept teilen sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt eine Fläche. Sprich: Es gibt keine vorgeschriebene Einteilung mehr in „Straße“ und „Fußweg“. Jeder achtet auf jeden.

Was so unvorstellbar klingt, muss es gar nicht sein, denn – wie gesagt – in den Niederlanden gibt es derartige Konzepte bereits. Aber über das Konzept soll hier gar nicht geredet werden, sondern über das, was damit verbunden ist.

Die Umstrukturierung der gesamten Fläche.

Vor dem Karman-Auditorium in Aachen standen ziemlich viele Plantanen. Nicht gerade die Bäume, die ewig brauchen zum Wachsen, gehören eher zu der Sorte Bäume, die doch recht zügig wächst.
Diese Bäume mussten, um einen Umbau des Templergrabens und eine dringend nötige Umgestaltung des Karman-Vorplatzes, gefällt werden. Dass gab schon bei den ersten Bäumen einen riesen Palaver, manch Aachener begann sich schon selbst als „Wood-Bürger“ zu bezeichnen.
Ich habe nichts gegen Leute, die die Bäume schützen und Aachen grün halten wollen. Doch darf man nicht vergessen, dass für Umbauarbeiten in größerem Maßstab häufig Pflanzen und Bäume dran glauben müssen. Das ist zugegebenermaßen recht traurig und sollte so weit es irgendwie möglich ist – und ich meine auch finanziell möglich – vermieden werden.
Doch die Bäume am Karman waren weder besonders erhaltenswürdig – es ist ja keine 1000 Jahre alte Eiche dabeigewesen – noch sind sie sonderlich hübsch. Die Plantanen, für deren Erhalt manch Aachener gekämpft hat, sind in meinem Umfeld unter den Studenten gar nicht so sonderlich beliebt gewesen. Unter anderem deshalb, weil sie die Platten um die Bäume herum mit ihren Wurzel bereits anhoben und die Fläche im Winter damit noch gefährlicher wurde. Auch standen um die im Quadrat angeordneten Bäume keine Bänke, sondern höchstens Fahrradständer, sodass der Platz gar nicht korrekt genutzt werden konnte. Schade, eigentlich.

Und auch Schade, dass die Bäume jetzt weg sind.

Die Bauarbeiten haben jetzt in jedem Falle begonnen und sind auch schon recht weit fortgeschritten. Es ist halt wirklich viel zu tun.

Jetzt laufe ich heute nichtsahnend am Karman-Auditorium herum und was sehe ich? An diversen Bäumen und Ampeln hängen Pappschilder, die mit teils sehr drastischen Worten die Uni, die Studenten und die Befürworter des Projekts für anscheined den Untergang der Welt verantwortlich machen. Warum? Weil einerseits noch ein paar mehr Bäume gefällt werden sollen und andererseits ja schon so viele weg sind.
Ich gebe insofern recht: Bäume bieten Vögeln und anderen Lebewesen Lebensraum, lassen die Stadt grüner werden und sorgen für Schatten. Aber im Endeffekt sind es ein paar Bäume.
Wie gesagt: Auch ich finde es sehr, sehr schade, dass man die Plantanen dort gefällt hat. Aber ich sehe auch, dass es nötig ist, um ein modernes Verkehrssystem zu schaffen, welches nicht – wie so oft in Aachen – die Autofahrer bevorteilt und die Fußgänger unnötig lange warten müssen, um von der einen auf die andere Straßenseite zu kommen.

Meine Sympathie für die Wood-Bürger wäre größer, würden sie nicht nur schreien, sondern durchführbare Alternativen vorschlagen. Aber meine Suchen im Internet war kurzweilig, weil ich nichts definitives gefunden habe, außer Vorschläge alla Stufenbau und weitere Treppen. Doch genau das gilt es gerade am Karman zu verhindern. Denn schon jetzt ist es für behinderte Menschen aufgrund der vielen Treppen ziemlich schwierig, einen guten Zugang zum Karman zu finden..

Was zu sagen bleibt:

Liebe Wood-Bürger, nennt durchführbare Alternativen, die für die Studenten, die dort tagtäglich herumlaufen, akzeptabel sind, die eine Alternative für Behinderte darstellt und finanziell machbar ist, ohne das man dabei Bäume wochenlang herumkarren muss.

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