Katzenkastrationspflicht


Zunächst einmal ist zu sagen: Unser Kater ist kastriert und ich würde auch jedem Katzenbesitzer den Rat geben, einen Kater oder eine Katze kastrieren zu lassen, möchte man entweder keinen stark reviermarkierenden, je nach Tier stinkenden, Kater  oder eben keinen unerwarteten Katzennachwuchs.

Ich bin zudem auch dafür, dass Tierhalter stärker dazu angehalten werden – ja, vielleicht sogar verpflichtet werden – ihre Katze zu markieren und zu registrieren (ist nicht das selbe).

Und auch, wenn ich die Tierheime, die wegen der „Katzenschwemme“ die Tore für weitere Katzen schließen, durchaus verstehen kann, muss ich doch sagen, dass es für mich persönlich einige gute Argumente gibt, gegen eine allgemeine Kastrationspflicht zu sprechen.

Auch wenn Vereine wie peta diese ablehnen.

1. Überprüfung
Bei Hunden kann ich – wegen der Hundesteuer – durchaus verstehen, dass kontrolliert wird, ob ein Hund ordnungsgemäß gemeldet ist. Auch wegen der Gefahr, die von einem Hund ausgehen kann (nicht muss), soll und muss hier eine Registrierung pflicht sein. Für Hunde ist aber bisher noch keine Kastrationspflicht gefordert worden. Warum wohl nicht? Weil Hunde sich hierzulande, anders als in den südländischen Ländern und Osteuropa wohl weniger als Straßenhunde herumtreiben (wegen der Registrierung) und damit weniger ungewollten Nachwuchs produzieren. Ausgesetzte Hauskatzen haben aber dazu beigetragen, dass im Grunde – auch wenn ich selbst noch nie eine wirklich herrenlose Katze angetroffen habe – genau das passiert ist, was in Süd- und Osteuropa ebenfalls die Runde macht. Die Tiere haben sich vermehrt.

Aber zurück zum Problem der Überprüfung. Wenn man nun eine Registrations- und Kennzeichnungspflicht fordert, ist das der erste Punkt, der durch eine Behörde X überprüft werden muss. Und da ist die Frage: Rechtfertigt eine Katzenschwemme im Tierheim und das Leiden der Tiere auf der Straße – das ich nicht persönlich überprüfen kann – eine Überprüfung jedes Katzenhaushalts in Deutschland? Bei sowas muss meines Erachtens nach eine Gefahr oder zumindest eine statistische Rechnung darüber vorliegen, wie hoch eine solche Gefahr denn sein könnte.

Nicht, dass unser Kater nicht gekennzeichnet wäre und ich mich nicht sowieso für eine Kennzeichnung stark mache, möchte ich nicht, dass das alles in einer weitere, großen Datenbank gespeichert wird.
Denn ich würde wetten – und eigentlich möchte ich da keine Stadt drauf aufmerksam machen – dass solch eine Datenbank zu anderen Gründen „zweckentfremdet“ werden würde – nämlich zum Erheben von Steuern.

Eine dezentrale Speicherung – etwa bei Tasso oder ähnlichen Organisationen – würde jedoch verhindern, dass man effektiv prüfen kann, wer seine (Wohnungs-)Katze kastriert hat – oder eben nicht.

2. Monopolbildung

Katzen sind derzeit günstig zu haben, entweder durch das Tierheim oder eben durch den Baubernhof oder „Privatzüchter“ nebenan. Was passiert aber nun, wenn die Katzen (klein) aus dem Tierheim weg sind, alle Katzen von Privatleuten kastriert sind und jemand eine junge Katze haben will? Dann führt der Weg zu Züchter und man bekommt ein ähnliches Problem, wie es jetzt schon bei Hunden existiert. Zuchtlizenzen, Zuchtvereine und deutlich gesteigerte Preise. Das mag jetzt auf den ersten Blick eiskalt kalkuliert klingen, aber schon heute sind Rassekatzen – ob mit und ohne Papiere – relativ teuer. Klar, keine braucht eine Rassekatze. Aber wenn alle Katzen kastriert sind, dann gibt es die kleinen süßen Bauernhofkatzen nicht mehr kostengünstig.

Und ja: Natürlich ist das ein rein finanzieller Aspekt.

Aber den muss man sich meines Erachtens auch vor Augen führen, wenn man eine Pflicht fordert.

Was meine Idee für einen „Ausweg“ wäre?
Greift man eine wildlebende Katze auf, muss geprüft werden, ob diese – entweder durch Tättoowierung oder durch Chip bei Tasso oder ähnlichen Organisationen registriert ist. Ist sie das nicht, kommt die Kommune – nicht das Tierheim oder der Finder – für die Kastration dieser Katze/Kater auf.
Findet sich der Besitzer, dann kann man darauf verweisen – wieder und wieder und wieder – dass er oder sie die Katze doch bitte kastrieren lassen soll. Ich könnte mir vorstellen, dass doch recht viele Katzenbesitzer da zustimmen würden.

Sollte sich dann herausstellen, dass die entsprechende Katze doch einen Besitzer hatte – dann sollte dieser entsprechend einer Grundlage (gesetzlich) natürlich auch zum Bezahlen einer eventuell erfolgten Operation aufkommen oder eben eine Strafe für die Nicht-Kennzeichnung haben.

Bitte diesen Eintrag nicht falsch verstehen: Persönlich halte ich eine Kennzeichnungspflicht (wichtig: Dezentral) für wichtig, eine Prüfung der selbigen durch „Besuche“ oder durch Kontrolleure wie es sie bei Hunden gibt, lehne ich ab.
Desweiteren bin ich auch dafür, Tierhalter noch deutlicher dafür zu sensibilisieren, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Auch befürworte ich JEGLICHE Kastration wildlebender Katzen und Kater, nur halte ich – so sehr ich gerade Katzen auch liebe – eine Kastrationspflicht für einen zu tiefen Eingriff in die Privatssphäre des Menschen/Tierhalter.

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