Robin – Warum wurde Robin erschaffen?


Die Frage, wer Robin ist, habe ich schon (grob) beantwortet. Hier möchte ich die Frage besprechen, warum es Robin überhaupt gibt.
Als Batman 1939, ein Jahr nach Superman, geschaffen wurde, war er als dunkle Figur konzipiert. Als einzigen Menschen, mit dem er sprach, hatte er Jim Gordon, den Polizeichef.
Das war auf die Dauer – vor allem für die Zielgruppe der Kinder – etwas wenig. Da die Comics damals ein eher jüngeres Publikum hatten, fehlte für viele der Kinder eine richtige Identifikationsfigur. Batman war dafür zu düster.
Dazu kam die schon erwähnte Stille der Figur, Gedanken konnten nur in Erzählkästchen oder Gedankenblasen wiedergegeben werden. Das war auf die Dauer nichts, was man halten wollte. Alfred gab es damals noch nicht.
Man schlug zwei Fliegen mit einer Klappe, als man sich entschied, Robin zu schaffen. In der quirligen Figur fand Batman einen Partner zum Reden und die Kinder eine Identifikationsfigur. Batman und Robin erlebten gemeinsam die tollsten Abenteuer

Robin als psychischer Anker

Während Robin in der ersten Zeit in erster Linie wohl wirklich der Identifkation diente, entwickelte sich die Figur zu mehr als nur zu einem Gesprächspartner. Batman, der immer wieder in seiner eigenen Psyche zu versinken drohte, brauchte einen Anker, der ihn an die Realität band. Diesen fand er in Robin, einem Vertrauten und Anvertrauten. Robin war ein Haltepunkt, einen Konstante, jemand für den Batman die Sorge trug. Vermutlich rettete dieser Umstand die Figur Robin gleich mehrfach vor dem Ende.
Nach Jahren, in denen Batman vor allem bunt war – auch dank der Darstellung des dynamischen Duos durch Adam West und Burt Ward – entschieden sich Denny O’Neil als Autor und Neal Adams als Zeichner, für einen düsterern Batman. In vielen Heften der siebziger Jahre spielt Robin nur eine untergeordnete Rolle – selbstverständlich nicht in allen. Als Umbruch ging der jungen Dick Grayson auf das College und verließ Wayne Manor. Als weiteren Bruch kann man verzeichnen, dass Bruce Wayne aus Wayne Manor auszog und eine Penthouse-Wohnung in Gotham City bezog. Von dieser Wohnung aus arbeitete er auch als Batman. In den meisten seiner eigenen Fälle war er auch alleine unterwegs.
Womöglich ist es deshalb häufiger der Fall, dass sich Batman zusammenreißen musste, um nicht die Realität aus den Augen zu verlieren. Natürlich gibt das den Geschichten auch eine gewisse Spannung, die Figur Batman wird sehr genau ausgearbeitet und mehr und mehr auch eine Figur für Erwachsene.
Doch ganz verschwunden war Robin nie. Als Dick Grayson seine Robinkarriere aufgab, kam der junge Jason Todd ins Spiel, der seinerseits zwar eine neue Figur, im Großen und Ganzen jedoch ein Abziehbild von Dick Grayson war. Er kam aus dem Zirkus, seine Eltern wurden ermordet, sie nannten sich die Flying Todds…. na? Wem ist die Parallele nicht aufgefallen?
Der einzige Unterschied war im Prinzip die Haarfarbe, den Jason Todd war zu Anfang blond.

Als die Comicschreiber entdeckten, dass eine Abziehfigur nicht das Wahre sein konnte, entschied man sich innerhalb einer der großen Krisen des DC Universums, die Geschichte von Jason Todd umzugestalten. Diese Idee war für die Frage, warum Jason Todd erschaffen wurde – und damit auch, warum es Robin gibt – von großer Bedeutung. Den anders als der absolut unschuldige Dick Grayson, der ein reines Kind war, lernte Batman Jason Todd in der zweiten Version kennen, als dieser die Reifen des Batmobils klauen wollte. Diese Umänderung der Geschichte führte zu einem grauen Robin mit krimineller Vergangenheit und damit einer so gesehen nicht genau umrissenen Figur. Damit schuf man ein neues Spannungselement und auch ein neues Spannungsfeld. Denn auch wenn Dick und Bruce sich stritten, am Ende fanden sie immer gut wieder zusammen, beide sorgten sich umeinander und hätten nie eine längere Splittung zu gelassen. Jason war anders. Er war zwar auch auf Zusammenhalt bedacht, aber sein Handeln war viel impulsiver als das von Richard Grayson. Die Figur war nicht so berechenbar.

Jason Todd diente auch bei seinem Ableben als Paradebeispiel. Denn anhand seines Todes erhielt Batman nochmal eine genauere Charakterisierung. Denn Batman wird hier als weinender Mann gezeigt, vielleicht sogar gebrochen. Aber er rappelt sich auf, um sich dann auf richtige Weise am Joker zu rächen. Indem er die Grenzen, die er sich selbst setzte, nicht übertrat und Joker gefangen nahm.

An dieser Stelle spekuliere ich: Man ließ Robin nicht sterben, weil es der Wunsch der Redaktionsleitung oder eines Autors war. Man machte eine Telefonumfrage. Knapp war das Ergebnis, aber eindeutig. Jason Todd sollte sterben. Ich glaube nicht, dass das nur an der Figur an sich und an der Konzeption als „grauer“ Robin lag, sondern an der Figur allgemein. Robin stand für Buntes, für Farbe, für Spaß. Vielleicht war einfach nicht mehr die Zeit dafür. Vielleicht war ein düsterer Batman ohne Robin gewünscht. Ich könnte mir neben der Erklärung, Robin sei zu unsymphatisch gewesen auch diese Erklärung durchaus vorstellen.
Eine weitere mögliche Erkärung wäre, dass die Fans eine derartige Geschichte, die ja schon einen gigantischen Umbruch bedeutet, einfach lesen wollten. Ob man damals schon mit einer Rückkehr der Figur rechnete, ist fraglich.

Als Jason Todd nun starb, brach für Batman eine Welt zusammen (siehe den Blogartikel zu: „A death in the family“). Es war das erste Mal, das Batman jemanden verlor, der ihm so nah stand (ausgenommen mal der Tod der Eltern) und das auch endgültig. Robin hatte zwar schon vorher einiges durchmachen müssen, vieles davon entpuppte sich im Endeffekt jedoch als recht harmlos. Man hatte Batman von seinem psychologischen Anker getrennt. Ein mutiger Schritt und auch ein Schritt hin zu einem veränderten Robin.

Der ältere Robin

Tim Drake fand über Nightwings Geheimidentität heraus, wer sich hinter der Maske von Batman verbarg. Tim war eine kluge Figur, jemand, der unter allen Umständen Robin werden wollte, weil er Robin sein wollte. Nicht, weil ihn der Tod seiner Eltern dazu trieb. Ganz im Gegenteil, Robin lebte zusammen mit seiner Familie und nicht wie Robin I und II im Hause von Bruce Wayne.
Zudem war Tim Drake schon deutlich älter als seine acht- und zehnjährigen Vorgänger, die vielleicht für Kinder Identifikationsfiguren waren, aber ansonsten doch sehr unglaubwürdig.
Doch warum brauchte Batman wieder einen Robin, nachdem der alte abgetreten war?

Auch an dieser Stelle kann ich nur spekulieren: Ich glaube nicht, dass Robin noch als Identifikationsfigur dienen sollte. Ich nehme eher an, das die Figur Robin innerhalb der Geschichte eine so hohe Bedeutung als „normaler Mensch mit Maske“ bekommen hatte, dass Batman ohne ihn nicht arbeiten kann. (Häufig bezeichnet Batman auch Bruce Wayne als Maske, wohin gegen für Dick immer Robin/Nightwing die Maske war) Batman brauchte einen Partner, mit dem er reden kann, der aber auch nicht – wie Nightwing – bereits sein eigenes Leben führt. Da kam Tim Drake genau richtig. Dadurch, dass er schon älter war, löste sich die Figur meines Erachtens auch von der kindlichen Naivität und erhielt einen deutlich jugendlicheren und auch erwachseneren Touch. Tim Drake war vernünftig, hörte auf Batman, hatte aber seinen eigene Kopf – wobei dieser selten pubertär wirkte. So wurde Tim Drake zu einem Robin, den man anerkennen konnte, ohne über die Figur den Kopf zu schütteln oder ihn rechtfertigen zu müssen. Einem Jugendlichen von 15 oder 16 Jahren nimmt man die Rolle eines maskierten Verbrecherjägers eher ab, als einem zehnjährigen. Da bleibt auch die Realität in gewissem Sinne gewahrt, denn welcher 10-jährige ist schon tatsächlich in der Lage, es körperlich und geistig mit einem Erwachsenen aufzunehmen. Ich erinnere gerne an Ausrufe wie: „Vorsicht, das KIND“.
Tim Drake war jedoch kein Kind mehr, sondern ein junger Erwachsener, dies zeigte auch das Kostüm, dass nun weniger elfenhaft wirkte. Endlich bekam Robin richtige Schuhe und auch eine Hose. Das Kostüm wurde im späteren Verlauf auch „langärmig“.

Rückschritt

Comicautor Grant Morrison – von einigen vergöttert, von mir zwiespältig bedacht – wühlte in der Mottenkiste herum, und fand tatsächlich eine Figur, die viele andere wohl schon längst vergessen hatte. Damien Wayne, den Sohn von Talia al Ghul und Bruce Wayne.
Es vergingen ein paar Monate, in denen nicht ganz klar war, was mit Damien wohl geschehen sollte, aber schließlich war klar, er wird der neue Robin an Batmans Seite.
Nach dem „Tod“ von Bruce Wayne war das ziemlich eindeutig, da Tim Drake – fest im Glauben, dass sein alter Mentor noch lebt – seine eigenen Identität entwickelte, Red Robin, der sich im Kostüm noch einmal deutlicher von seinen Vorgängern unterschied.

Warum aber ist Damien Wayne für mich ein Rückschritt: Betrachet man sich Tim Drake haben die Comicautoren viel richtig gemacht. Eine Änderung des Kostüms war dringend nötig. Ebenso eine Änderung der Herkunftsgeschichte. Es war geboten, einen älteren Robin zu schaffen, vielleicht ein Stilbruch, aber der richtige Schritt.
Damien Wayne hingegen war wieder der zehnjährige Junge, der alles kann und alles weiß. Ein Konfliktpotential ist sicherlich da, da der Junge arrogant, sturrköpfig und eigensinnig ist. Dazu wirkt er vergleichsweise sehr kindisch (nicht kindlich). Damien mag zwar wegen seiner Mutter von der Mordliga ausgebildet worden sein, dennoch ist nicht zu vergessen, dass er immer noch „nur“ 10 Jahre alt ist. Das ist kein Alter, das wissen alle, die schon mal zehn waren. Der eigentliche Rückschritt liegt für mich auch im Alter. Damien Wayne ist ein Anachronismus. Tim Drake, der so herrlich gelungen war, eine Figur, mit der sich auch der ältere Leser noch identifizieren konnte, wird ersetzt durch einen Robin, wie wir ihn schon mal in Jason Todd hatten, vielleicht sogar extremer – und vielleicht teils auch trotziger und weinerlicher.
Sicherlich, dass kann man Morrison nicht vorwerfern, ist die Figur gut gezeichnet, es ist ein recht ausgefeilter Charakter, aber dennoch für mich zu sehr Klischee. Seine Sätze sind häufig vorhersehbar, er hat wenig, was ihn wirklich auszeichnet, außer. dass er ein zehnjähriges arrogantes Kind ist. Ich werde mit der Figur nicht so recht warm, wie sehr ich es auch versuche.

Ich sehe in der Figur einen Störenfried, der in dieser Hinsicht eigentlich keine der Aufgaben mehr so recht erfüllen mag, für die Robin einst gedacht war. Als Gesprächspartner ist er nur in bestimmten Situationen tauglich, als Identifikationsfigur wohl für viele gar nicht mehr. Eben weil das Alter von Zielpublikum und Figur nicht mehr übereinstimmt. Heute muss ich zugeben, hätte ich wieder Probleme einen derartigen Robin rechtfertigen zu können. Bei Tim Drake war das kein Problem.

Und selbst der „Zwischen-Robin“ Stephanie Brown war für mich eine leichtere Identifkiationsfigur – nicht nur, weil sie ein Mädchen ist – weil sie eben älter war.
Ich bin gespannt, wie sich Robin unter Damien Wayne weiter entwickelt – und wie lange sich die Figur tatsächlich im DC Universum halten wird.

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Robin – Wer ist Robin?


Sicherlich haben viele schon mal etwas von dem dynamischen Duo gehört. Für die, die dies nicht getan haben:

Dabei handelt es sich um Batman – der in meinem Blog schon häufiger Platz fand – und seinen „Juniorpartner“, das „Boy Wonder“ oder zu deutsch: „der Wunderknabe“ Robin. Und um diesen soll es in einer kurzen Reihe hier gehen. Dabei gehe ich subjektiv und nicht genau wissenschaftlich vor.

Beginnen wir mit der offensichtlichsten Frage: Wer ist eigentlich Robin? 

Dick Grayson, Jason Todd, Tim Drake, Stephanie Brown, Damien Wayne und Carrie Kelly. Sie alle waren oder sind „Robin“. Der Bekannteste unter ihnen, auch außerhalb der Comicwelt dürfte Richard „Dick“ Grayson sein, der bereits im Jahre 1940 seinen ersten Auftritt als „Wunderknabe“ hatte. Er bleib es, bis Jason Todd ihn 1983 ablöste. 1989 wurde Tim Drake zu Robin, es folgte vor wenigen Jahren ein Kurzauftritt von Stephanie Brown – der ehemaligen Spoiler und in Deutschland mittlerweile Batgirl – als Robin. Nach der Erkenntnis, dass Bruce Wayne einen Sohn hat, Damien Wayne, ist dieser mittlerweile Robin. Zu diesem Verhältnis vielleicht an anderer Stelle mehr, da gibts genug zu meckern.
Carrie Kelly sei an dieser Stelle erwähnt, da sie in Frank Millers Meisterwerk „The Dark Knight Returns“ die Rolle des Robin übernimmt.

Es gibt also nicht den einen Robin, sondern direkt mehrere, die alle ihre eigenen Geschichten haben. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung:

Dick Grayson, der erste Robin, war der Sohn einer Artistenfamilie, die von einem Gangsterboss getötet wurde. Bruce Wayne, der im Zirkus zur Tatzeit zugegen war, nahm den jungen Richard bei sich auf und nachdem dieser festgestellt hatte, warum er Batman öfter sah, als seinen Wohltäter, wurde er zu seinem ersten Partner, Robin. Dick Grayson hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen und war alles in allem der „Sonnenschein“ der Erzählungen. Er war kindlich, aber nicht naiv, er war schlau und hatte hohe Ziele. Später verließ er Wayne Manor für das College und arbeitete einige Jahre in Gothams Nachbarstadt Blüdhaven als Polizist. Als er älter wurde und dem Robinkostüm entwuchs, entschied er sich für seine eigene Geheimidentität als Nightwing. Zur Zeit (August/September 2011) ist Richard Grayson der Ersatzmann für Bruce Wayne als Batman.

Eine andere Geschichte hat Jason Todd, der als Nachfolger von Dick Grayson auftrat. In der ersten Zeit war ihre Herkunftsgeschichte recht identisch, erst später bekam der Charakter eine deutlich negativere Herkunftsgeschichte. Batman begegnet Jason Todd erstmals, als dieser versucht die Reifen des Batmobils zu klauen. Batman nimmt sich auch diesem Weisenjungen an. Anders als Dick Grayson ist Jason Todd aufbrausend, jähzornig und handelte häufig unüberlegt. Dies führt letztlich auch zu seinem tragischen Ende. Auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter gerät er mit dem Joker aneinander, der den Jungen zu Tode prügelt. Eine der wohl erschreckensten Geschichten in der Batmanhistorie. Doch die Entscheidung wurde nicht über das Knie gebrochen. Man befragte die Comicleser in den USA ob Jason Todd leben oder sterben sollte. In einer knappen Telefonabstimmung wurde über Jason Todd das Todesurteil gesprochen. (Mittlerweile lebt auch dieser wieder, das ist aber eine andere Geschichte)

Tim Drake erkannte, dass Batman einen neuen Partner brauchte. Über Nightwings Geheimidentität fand er heraus, wer sich unter der Maske des dunklen Verbrecherjägers verbarg. Tim wurde Robin, weil er es werden wollte, nicht weil er seine Eltern verloren hatte oder weil er von Batman aufgenomen wurde. Zwar starb seine Mutter recht früh, aber er war nicht familienlos. Dies ergab sich erst in einer späteren Geschichte, als Tim bereits lange Jahre Robin war. Bis dahin musste er sich zusätzlich zu seiner Geheimidentität auch noch mit seinen Eltern und Schulkameraden herumschlagen. Vielleicht war es das, was Robin in Gestalt von Tim Drake zu einem sehr angenehmen Charakter werden ließ. Zudem musste er nicht mehr die Hotpans und die Elfenschuhe tragen, sondern bekam ein funktionales, sicheres Kostüm, von dem nur noch die Farben an „Robin“ erinnerten, aber nicht mehr so unbedingt die Aufmachung. Mittlerweile nennt er sich selbst Red Robin, in Abgrenzung zu Damien Wayne.

Stephanie Brown war nur für wenige Hefte Robin. Batman gab dem jungen Talent eine Chance, die sie fehlerhafte nutzte. Denn anstelle, sich Batman, wie er es gewohnt war, unterzuordnen, bot sie ihm die Stirn. Das und einige andere Verfehlungen brachten Batman letztenendlich dazu, sie als Robin aufzugeben. Stephanie erlebt derzeit ihre Renaissance als viertes (oder auch fünftes) Batgirl.

Damien Wayne… Zu der Figur komme ich später nochmal. Hier sei soviel gesagt: Damien Wayne ist knapp 10 Jahre alt, Sohn von Bruce Wayne und Talia al Ghul und derzeitiger Robin. Er ist hochnäsig, arrogant, egoistisch, von sich selbst überzeugt und hat lauter Fähigkeiten – nicht nur auf körperlichem, sondern auch auf geistigem Niveau, die nicht so ganz zu einem 10-Jährigen passen wollen. Er ist ein exzellenter Kämpfer, ausgebildet von der Mordliga und absolut fit in verschiedenen Kampfrichtung. Seine Halsstarrigkeit könnte zum Problem werden.

Zu Carrie Kelly muss nicht viel gesagt werden. Sie sollte nur erwähnt werden, um zu zeigen, dass es auch außerhalb der Kontinuität der Storys weitere „Robins“ gibt. Innerhalb von Frank Millers „The Dark Knight Returns“ ist sie ein weiblicher Robin, der einem gealterten Bruce Wayne zur Seite steht.

Figurenkritik – Justus Jonas von den drei Fragezeichen


Nachdem ich am Sonntag beschrieben habe, wer eigentlich Tim von TKKG ist, widme ich mich heute dem „Anführer“ der Drei Fragezeichen, Justus Jonas.

Wer ist Justus Jonas?

Justus Jonas (im amerikanischen Original: Jupiter Jones) ist ein dicklicher, aber hochintelligenter Junge. Zu Beginn der Serie ist er vierzehn oder fünfzehn Jahre alt. Ab Folge 53 (… und die Automafia) hat, nach Peter und Bob, auch Justus den Wunsch nach einem Auto, weshalb er hier 16 sein muss. Dies zeigt auch, dass er vermutlich der jüngste Detektiv ist. In den neueren Folgen würde ich alle drei zwischen 18 und 22 Jahre alt schätzen, wobei das häufig nicht mit den Angaben der besuchten Schule übereinstimmt. Justus‘ Eltern starben als er ein kleiner Junge war, seitdem lebt er bei seiner Tante Mathilda und seinem Onkel Titus Jonas auf einem Schrottplatz (nein, einem Gebrauchtwarenhandel). Zusammen mit seinen Freunden Peter Shaw und Bob Andrews betreibt er in einem alten Campinganhänger ein Detekivbüro.

Kritik:

Im Gegensatz zu Tim von TKKG ist Justus nicht perfekt. Er ist pummelig, isst für sein Leben gerne, kann arrogant gegenüber seinen Freunden wirken, redet unglaublich hochgestochen, hält seine Gedanken häufig vor seinen Freund geheim, hat Höhenangst und geht Sport, wo er nur kann aus dem Weg. Würde man versuchen, Justus Jonas mit einer TKKG-Figur zu vergleichen, müsste man wohl am ehesten sagen, dass er die Figur von Klößchen und den Verstand von Karl hat.
Je nach Leser/Hörer kann man Justus nicht als sympathischsten der drei Jungen sehen. Peter, der sportliche Angsthase und gerade Bob, der „Normale“ sind viel leichtere Identifikationsfiguren für den Leser/Hörer. Hört man sich um, wird auch häufig Bob als Sympathieträger und „Lieblingscharakter“ genannt.
Dennoch lässt sich nicht sagen, dass Justus ein Unsympath ist. Dies wäre der Figur gegenüber nicht gerecht. Denn Justus hat seine gute Seiten. Er ist ein guter Freund, ein guter Kumpel und wenn es sein muss, schwingt er sich auf das Rad und grast gemeinsam mit Peter den Ort Rocky Beach ab um Bobs gelben Käfer zu finden, klettert über Mauern und in Toilettenfenster.
Wenn Justus etwas weiß, hält er häufig damit hinter dem Berg, um dann am Ende, wie Sherlock Holmes – sein großes Vorbild -, einen Monolog zu halten, der die letzten Geheimnisse und Rätsel aufklärt. Hier ist jedoch auch ein Unterschied zu Tim auszumachen, der zwar häufig auf das letzte Wort in den Fällen behält, diese allerdings auch häufig alleine zu lösen scheint. Ohne die Hilfe seiner Freunde – und das dürfte dem Charakter bei all den Sticheleien klar sein – wäre er wohl aufgeschmissen, und das weiß er auch.
Selten lässt sich Justus Jonas in den Hörspielen anmerken, dass er seine Freunde sehr schätzt (Beispiel: …der giftige Gockel, als Peters Fahrkünste sein Leben retten), noch seltener gibt er dies gegenüber seinen Freunden zu. Hier kann man schon nachvollziehen, wenn Leute ihn für eine Unsympathen halten. Hört man allerdings mehrere Hörspiele oder ließt mehrere Bücher, stellt man schnell fest, dass dies Justus ureigene Art ist und er seinen Freunden gegenüber auf diese Weise auch zeigt, dass er sich Sorgen um sie macht. Auch wenn er eine teils sehr aufdringliche Art hat (die gerade Bob häufiger kritisiert (…Musik des Teufels; …Stimmen aus dem Nichts)) macht er doch nichts für sich selbst, sondern versucht anderen (Stimmen aus dem Nichts) oder seinen Freunden (Musik des Teufels) zu helfen.
Neben der ernsten, intelligenten Seite hat Justus für den Zuhörer noch eine andere Seite parat. Er ist häufig Opfer einigen Spottes. Sei es, weil er (in der Serie versteht sich) als Kind in der Fernsehserie „Die kleinen Strolche“ den Baby Fatso spielte, oder weil er mal wieder versucht, eine Diät zu halten (Erdnussbutterdiät, Wassermelonendiät; Diäten, bei denen er erst essen darf, wenn sein ICH es zulässt…). Ersters betrifft häufig die Figuren im Hörspiel selbst, die Justus entweder sofort identifizieren, oder aber darauf hingewiesen werden. („Justus Jonas… das Pummelchen aus dem Kinderfernsehn“), zweiteres den Hörer/Leser außerhalb der erzählten Welt. Justus bekommt einen menschlichen Touch, was ihn wiederrum zum Sympathen werden lässt.

Fazit:

Was Justus Jonas positiv von Tim unterscheidet, ist wohl seine Fehlerhaftigkeit. Tim ist perfekt, und wird deshalb vielleicht gerade von den Jüngeren gemocht. Justus hingegen ist ein viel ernsthafterer Charakter, der mehr auf den Verstand und eine geschickte Kombinationsgabe ausgerichtet ist, als auf Kampf und Sieg. Da ca. 50% aller Drei Fragezeichenhörer über 18 sind, würde ich sogar behaupten, dass es an der „Ernsthaftigkeit“ der Rolle liegt, eben an seinen Fehlern, dass die Serie auch 42 Jahre nach ihrer Entstehung noch immer erwachsene Hörer findet.

Sollte ich vorhersagen, welche Karrierelaufbahn die beiden Charaktere einschlagen, würde ich bei Tim auf die Hundertschaft der Polizei setzten. Justus wird Leiter einer erfolgreichen Detektei.

Figurenkritik – Tim aus TKKG


In dieser Rubrik möchte ich gerne bekannte oder auch weniger bekannte Figuren aus Hörspielen, Bücher und Ähnlichem kritisieren und ihnen auch ein bisschen Raum geben, sich vorzustellen. Die erste Figur ist schon kontrovers, denn Tim aus TKKG spaltet, wie der Zwist zwischen TKKG und den Drei ???, die Hörspielszene.

 

Wer ist Tim?

Tim, ehemals Tarzan (bis zur Folge: „Die weiße Schmugglerjacht“), ist eigentlich alles, was ein Mädchen bis 14 oder ein Junge im selben Alter vergöttert, oder zumindest das Bild, welches sich die Autoren der Serie TKKG vorstellen. Er ist groß, sportlich, gut aussehend, gut in der Schule, hat das tollste Mädchen der Schule als Freundin, ist gerecht, fair, stark und ein Ass in Judo. Prinzipiell scheint er gar keine schlechten Eigenschaften zu haben. Sein Vater ist verstorben, seine Mutter lebt nicht in der gleichen Stadt, weshalb Tim sich im Internat mit Klößchen (Vorstellung kommt später) ein Zimmer – das Adlernest – teilt. Hier bricht er häufig und gerne draus aus, um kriminellen Machenschaften nachzugehen.

Kritik:

Tim ist zu perfekt. Schaut man sich die Attribute an, die ihm zugeschrieben werden, findet man zwar einiges, was die Figur symphatisch erscheinen lässt, schnell drängt sich dem älteren Leser aber auf, dass er gar keine Schwäche zu besitzen scheint, über die andere ihn direkt oder indirekt aufklären. Alles – oder das meiste – was Tim tut, wird als gut und richtig erachtet, egal, welche Grenzen er dafür eigentlich überschreitet. Wendet Tim einen seiner meisterhaften Judotricks an oder fährt er mal wieder Gaib über den Mund, ist das okay. Niemals trifft Tim den Falschen und Gabi sagt nie ernsthaft ihre Meinung. Tim behält in vielen Lebenslagen recht und seine Kombinationsgabe ist in der Regel auch die richtige. Ich muss zugeben, dass mir dies als Kind sehr gut gefallen hat, heute fällt mir allerdings auf, wie unglaublich fixiert die Serie, die eigentlich eine „Jugendbande“ beschreibt, doch auf ihren Anführer ist. Karl, Klößchen und Gabi verkommen häufig zu Hintergrundfiguren ohne tieferen charakterlichen Sinn.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Figur ist die Auffassung Minderheiten gegenüber. Man kann Tim und TKKG nicht generell vorwerfen, dass sie gegen Minderheiten sind, häufig helfen sie gerade auch den ärmeren Menschen der Gesellschaft oder jenen, die nicht in gleichem Maße anerkannt werden. Gerade Tim ist sehr schnell mit Vorurteilen, seien es Ausländer (früher häufig Italiener, heute auch Türken), ältere Jugendliche (rauchen, trinken, Lederkleidung), Obdachlose (Penner), Leute die verdächtig aussehen, Arbeitslose, Ex-Knackis usw. Quasi jede Randgruppe der Gesellschaft scheint in TKKG in der Regel nur dem Zweck der kriminellen Aktivitäten zu dienen. Das gerade Tim, der sich häufig als gerecht und fair darstellt, hier vorurteilsbeladen ist, zeigt die Ambivalent von Charaktereigenschaft und Charakterhandlung.

Tim wirkt – meiner Meinung nach gerade in den neueren Hörspielen – zudem übermächtig. Egal, ob der Gegner älter, größer und stärker ist, in allen mir bekannten Fällen gewinnt Tim den Kampf gegen den Gegner. Dies kann einem Kind toll vorkommen und Tim wird zum größten Helden, allerdings fällt dem älteren Leser/Höhrer auf, dass diese Häufung unrealistisch ist. Man bringt kein Messer mit zu einer Schießerei. Tim hat nie das Problem, in einem Kampf zu verlieren, egal, was der Gegenüber auch mitbring. Im Zweifelsfall zieht Klößchen dem entsprechenden Bösewicht eben eine Bratpfanne über den Kopf.

Fazit:

 

Wenn ich ehrlich bin – und man könnte hier noch mehr schreiben – muss ich sagen, dass mir Tim viel zu einseitig ist. Erinnere ich mich an meine Kindheit zurück, fand ich ihn zwar immer toll, aber auch damals schon unglaubwürdig, da er wirklich jeden Gegner schaffte. Das wird nach dem dritten oder vierten Buch/Hörspiel auch für ein Kind lächerlich. Ein Held, der immer nur gewinnt, wird auf die Dauer schnell langweilig. Deshalb tut es vielleicht bei den Drei ??? ganz gut, dass sie ab und an mal eingesperrt werden und dann i.d.R auf die Hilfe von Erwachsenen und nicht auf die brachiale Gewalt eines Judokämpfers, angewiesen sind.