Batman 52: Der mexikanische Zug/Der Garten des Todes


Autor: Grant Morrison

Zeichner: Andy Clarke/ Fraizer Irving

Enthält: Batman&Robin 12/13

Inhalt:

Auf der Suche nach Bruce Wayne machen Batman (Richard Grayson) und Robin (Damien Wayne) große Fortschritte. Doch zunächst einmal muss Damiens Mutter Talia aus dem Weg geräumt werden, die ihren Sohn durch ein elektrisches Implantat körperlich kontrollierbar machte und ihn auf Batman loslässt. So beginnt der erste Teil des Heftes schon mit einem Kampf zwischen Batman und Robin, die sich danach aufmachen, Damien aus den Klauen seiner Mutter zu befreien. Damien sagt ihr dabei ein für alle mal die Meinung.
Der andere Teil des Hefts beschäftigt sich mit dem mysteriösen Oberon Sexton, dessen Identität hier vielleicht ein wenig überraschend gelüftet wird und auch mit dem Geheimnis um den wiederauferstandenen Thomas Wayne. Was hat es mit diesem auf sich?

Kritik:

Wie die Nummer 51 auch, legt Grant Morrison ein Heft vor, welches sich gut lesen lässt und eine spannende Geschichte vorzuweisen hat, leider aber auch einigen Grund zur Kritik bietet.

Zunächst einmal hätten wir da wieder Damien Wayne:

Zwar wirkt Damien hier nicht so überdurchschnittlich intelligent – er ist schließlich erst 10 Jahre alt – aber es gibt etwas anderes, was dem Leser auffallen kann. Denn Morrison weicht ihr stark von seinem eigenen Charakterkonzept ab. Damien, der zuvor ein nerviges, kleines, verwöhntes Balg war, wird hier plötzlich zum Retter von Moral und Ehre, als er seiner moralisch völlig verkommenen Mutter gegenüber tritt.
Im Heft 52 gab es schon eine charakterlichen Wandel, der die Figur zumindest für mich erträglicher machte, allerdings ist es vielleicht doch zu drastisch um zu sagen, dass Morrison hier nicht hinten herum versucht, Damien symphatisch werden zu lassen. Man kann gespannt sein, was er letztenendes aus der Figur machen will. Ich prophezeihe vom momentanen Standpunkt in einigen Jahren ein Ende alla Jason Todd (vor seiner Zeit als Red Hood).

Der nächst Kritikpunkt betrifft Damiens Mutter Talia al Ghul. Auch wenn ich sie im vorhergegangen Post schon mal kritisiert habe, muss ich sagen, dass sie sich hier meiner Meinung nach zu sehr aus ihrem eigenen Charakterkonzept herausbewegt hat. Natürlich erfindet jeder größere Autor die Figuren der Geschichten neu, was so einen gewissen Reiz aus macht, aber alles, was geschah einfach zu übergehen, ist eine andere Geschichte. Denn trotzt der Tatsache, dass Talia sicherlich keine reine Weste hat und noch weniger moralisch vollkommen ist, bleibt sie eine der Geliebten von Batman, den sie auch immer noch liebt. Dass sie Dick Grayson, den Bruce adoptierte, nicht mag und ihn vielleicht sogar umbringen will, kann ich mit dem Charakterkonzept noch in Einklang bringen, die Tatsache, dass sie ihren Sohn quasi verstößt um einen neuen zu züchten, halte ich aber für zu weit hergeholt und zu wenig an den Charakter angepasst. Das würde sie, würde man den mir bekannten Bildern folgend, nicht tun.

[Vorsicht SPOILER]

Oberon Sextons Demaskierung.

Auch dies betrifft eine Sache, die meiner Meinung nach „Out of character ist“. Die Demaskierung von Oberon Sexton ist durchaus überraschend und die Tatsache, dass sich Joker darunter befindet, scheint ein typischer Kunstgriff von Morrison sein, doch hier muss ich – im Gegensatz zu einigen anderen Lesern – sagen, dass mir die Wendung gar nicht gefällt.
Man kann sagen, dass Joker ohne den original Batman nicht existieren kann, aber dennoch wird aus einem genialen Wahnsinnigen nicht plötzlich ein wahnsinniges Genie. Denn Oberon Sexton erscheint im vorgehenden Heft eher wie ein vernünftiger Mann, nicht nur in seinem Auftreten gegenüber Dick und Damien, sondern auch gegenüber den Gegnern der drei. Auch dass er gleichzeit der Dominokiller ist, passt mir nicht ganz ins Bild. Denn die Pointen, die Dick im Heft erwähnt, sehe ich nicht und konnte ich auch im Nachhinein nicht nachvollziehen. Da hat sich Morrison nicht genügend Zeit genommen und zu wenig direkte Hinweise gestreut, damit der Leser nicht das Gefühl hat, einem – wenn auch etwas aus der Art geschlagenen – Deux ex machina gegenüber zu stehen.

Figur des Thomas Wayne

Noch erschließt sich mir der Nutzen dieser Figur nicht ganz. Klar, Thomas Wayne, da denkt man immer zuerst an den Vater von Bruce Wayne. Sollte DC aber wirklich auf die Idee kommen, diesen wiederauferstehen zu lassen, dann überlege ich ernsthaft, ob sie die Figur in den Grundfesten nicht nur erschüttern, sondern zerlegen wollen. Das ist ein Schritt, der wohl  überlegt sein will. Sollte es sich tatsächlich um den einen westenlich älteren Thomas Wayne handeln, bin ich gespannt, wie er sich entwickelt, auch wenn ich der Black Glove Sache immer noch mehr als skeptisch gegenüberstehe.

Aber es gibt auch einiges Positives an diesem Heft. So sind die Clarke-Zeichnungen sehr ansehnlich und machen Lust auf mehr, auch die Beziehung zwischen Dick und Damien entwickelt sich in eine durchaus positive Richtung. Macht Spaß auf mehr, auch wenn Bruce Wayne – wie zu erwarten ist – zurückkehren sollte.
Die Suche nach dem selbigen gestaltet sich auch sehr spaßig, die Suche nach versteckten Spuren und Hinweisen ist auch sehr gut gelungen und lässt ein wenig klassisches Batman-Feeling aufkommen.

Auch wenn ich die negativen Punkte hier viel breiter ausgeführt hat, sind in meinen Augen die positiven Fakten auch stark zu werten.

Fazit:

Alles in Allem vergebe ich für dieses Heft 7/10 Punkten, wegen den beiden Geschichte, die mir zu sehr „out of character“ sind.

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Batman 51: Batman gegen Robin – Das Geheimnis von Wayne Manor/Friedhof


Allgemeine Angaben:

Autor: Grant Morrison

Zeichner: Andy Clarke

Enhält: Batman&Robin 10/11

Inhalt:

Auf der Suche nach Bruce Wayne kommen Damien (momentaner Robin) und Richard Grayson (momentaner Batman) hier ein ganzes Stück weiter. In Wayne Manor stoßen sie auf Spuren, die auf eine mögliche Zeitreise Waynes hindeuten. Sie folgen Bildern, versteckten Hinweisen im Haus und befinden sich gleichzeitig noch auf der Jagd nach dem Dominomörder. Hierbei erhalten sie Unterstützung von Oberon Sexton, einem geheimnisvollen Mann, der sein Gesicht stetig unter einer Maske verbirgt und auch Damiens Mutter Talia bekommt ihre eigene Rolle in diesem Heft…..

Kritik:

Das Heft weiß schon Spaß zu machen, ohne Zweifel eines der gelungensten der letzten Monate in der deutschen Batman-Serie. Leider gibt es einige Kritikpunkte, die ich hier kurz anbringen möchte:

– Damien Wayne: Ja, um die Figur wird viel gestritten, und auch wenn er als Robin eine durchaus gute Figur macht und seine Gespräche mit Dick darüber, ob er nun Robin bleiben kann, wenn Bruce wiederkommt, lassen einen symphatischen Eindruck auf den Leser. Sein Auftritt zu Beginn, als wüsste er als 10-jähriger alles über ein Unternehmen wie Wayne Enterprises wirkt unglaublich aufgesetzt und zudem lächerlich.

– Talia al Ghul: Talia war zwar nie eine Figur, die ich besonders gut leiden konnte oder die auch nur in irgendeiner Weise kohärent gewesen wäre, hier wird meiner Meinung nach aber ein gewisses Maß überschritten. Denn bei allen Gemeinheiten, die Talia schon ausgeheckt hat, war ihr immer eine Sache eigen: Ihre Liebe zu Batman/Bruce Wayne. Deshalb passt mir hier die Art und Weise wie sie mit ihrem Sohn umgeht, gar nicht, denn er ist immerhin aus einer „Verbindung“ von Wayne und ihr entstanden. Ihr Verhalten ist schon etwas out of character.

Positiv herauszuheben an diesem Heft sind einpaar andere Sachen:

– Die Zeichnungen. Ich bin kein Fan von Andy Clarke, aber dennoch muss ich zugeben, dass mir, nach erstem Eingewöhnen, die Zeichnungen sehr gut gefielen und mir das Lesen wirklich Spaß machte.

– Die Suche nach Hinweisen auf Bruce Waynes Verbleib in der Vergangenheit. In meinen Augen ganz großes Kino. Hier hat der Leser wirklich wiedermal ein klassisches Rätsel vor Augen, wie es – mir zumindest – auch in Krimis oder gar in den alten, heiß geliebten Kinderbüchern, eine wahre Freude war. Die Hinweise sind in sich schlüssig und der Fehler, dass Wayne Manor eigentlich während des Niemandsland zerstört worden ist und davon eigentlich nicht viel übrig blieb (zumindest den Bildern nach) wird geklärt. (wenngleich einwenig ad hoc.)

– Oberon Sexton. Er weiß hier wirklich zu gefallen. Im Hinblick auf Heft 52 muss ich jedoch sagen, dass mir die Auflösung, wer unter der Maske steckt, nicht besonders zusagt.Im vorliegende Heft jedoch ist er wirklich ein brauchbarer Charakter, den Autor Grant Morrison gut einzubinden weiß. Sehr erfreulich.

Fazit:

Wegen einer Story, die mir wirklich sehr gut gefällt: 8/10 Punkten