Wahlergebnisse, die traurig machen


Ich weiß gar nicht, was mich schwerpunktmäßig so traurig am Wahlerfolg der AfD macht.

Ist es die Tatsache, dass es eine Menge Leute zu geben scheint, die die Parolen der Partei glauben und glauben, Frauke Petry und ihre Anhänger hätten die Lösungen für nationale, europäische und globale Probleme?

Ist es die Tatsache, dass es Menschen gibt, die die AfD wählen, weil sie meinen, dass das eine „Protestaktion“ ist?

Ist es die Tatsache, dass das vermutlich die selben Menschen sind, die nicht verstehen, warum wir uns heute immer noch mit
der Shoa, dem Dritten Reich, Hitler und der Schuldfrage beschäftigen?

Ist es die Tatsache, dass es mehr Leute gibt, die in ihrem Kopf rechte und auch rechtsextreme Thesen haben?

Ist es die Tatsache, dass man, obwohl man aufklärt über das Parteiprogramm und die Ideologie hinter der AfD anscheinend auf vollkommen taube Ohren stößt?

Ist es die Tatsache, dass immer noch eine viel zu große Zahl von Menschen nicht wählen geht?

Ist es die Tatsache, dass man als Mensch, der gegen die AfD spricht, das Gefühl hat, gegen Windmühlen zu kämpfen?

Oder ist es vielleicht das Gefühl, dass die eigenen humanitären Ansätze mit einem Federstrich einfach zunichte gemacht werden?

Vielleicht ist es ein bisschen „alles zusammen“. Vielleicht erkennen einige AfD-Wähler, was sie gewählt haben, wenn andere Themen als die Flüchtlingskrise und die Islamkritik an die Oberfläche dringen. Vielleicht….
Und vielleicht müssen wir, die sich gegen die AfD stellen, online wie real, noch viel mehr tun, damit wir nicht bei der nächsten Bundestagswahl die selben katastrophalen Ergebnisse sehen müssen. Auch wenn es uns vorkommt wie der Kampf gegen die Windmühlen.

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Praktikum und billige Arbeitskräfte


Ein leidiges Thema, diese Praktika. Da soll man als Geisteswissenschaftler bloß schön viele davon machen – und wenn man sie dann machen möchte, werden einem Steine in den Weg gelegt.
Einige davon möchte ich hier einmal darlegen.

Zunächst einige Grundlagen:

1. Ich habe bereits journalistische Erfahrung, genau genommen arbeite ich seit 2007 für eine Zeitung, seit 2012 für eine zweite.

2. Ich habe Praktika bei Zeitung und Radio gemacht.

3. Ich habe Erfahrungen im Bereich der Verlagsarbeit und der Publizistik.

Eigentlich ganz gute Voraussetzungen für ein Praktikum, auch bei wichtigeren Stellen als dem Lokalblättchen von Kleinsthausen. Jetzt habe ich mir überlegt, dass ein Praktikum beim Landtag, in der Pressestelle, doch eine gute Sache wäre, ich bin engagiert und frage in solchen Fällen auch gerne nach, ob das denn möglich ist. Und damit kommen wir gleich zur Sache. Praktika und warum sie nicht möglich sind, obwohl man die Qualifikation im Grunde erfüllt.

a) das Pflichtpraktikum 

Unter CC-Lizenz. Fotograf: Wolfgang Sauber

Unter CC-Lizenz. Fotograf: Wolfgang Sauber

Wir müssen im Bachelor ein Pflichtpraktikum von vier Wochen machen. Im Master nicht mehr. Dieses Praktikum machen viele Studenten noch im eher regionalen Bereich, auch wenn es hiervon relativ viele Ausnahmen gibt. Schließlich sind mit einem Praktikum in Berlin, München, Frankfurt, Dresden usw. auch Kosten verbunden, vor allem Wohnungskosten. Ich habe mein Praktikum damals bei einem lokalen Radiosender in Kleve gemacht, nicht der kleinste, aber auch nicht der größte Sender. War ein gutes – wenngleich aufgrund von vielen Praktikanten – nicht überragendes Praktikum.
Nun habe ich mich entschieden, noch ein oder zwei weitere Praktika machen zu wollen – um den sprichwörtlichen „Fuß in die Tür“ zu bekommen. Zuerst habe ich beim Landtag in der Pressestelle angefragt. Da habe ich erstmal eineinhalb Wochen auf eine Antwort per Mail (!) gewartet und dann leider die Nachricht bekommen, dass aus versicherungstechnischen Gründen nur Pflichtpraktikanten im Bereich der Verwaltung genommen werden. Herzlichen Glückwunsch – wie gesagt, im Master gibt es das ja nicht mehr.

Gut, habe ich mir gedacht, lässt du dich nicht entmutigen, ruf mal beim ZDF an. Eigentlich wollte ich wissen, wie das mit Praktika im Landesstudio aussieht, schließlich sind es von hier (Aachen) bis Mainz doch einige Kilometer ohne Studententicket. Und noch ehe ich meine Frage äußern kann: Nur wenn es ein Pflichtpraktikum ist. Ich möchte jetzt nicht ausfallend wirken, aber: Was soll denn der Mist? Da verlangt man für ein Volontariat ein Praktikum bei einem Fernsehsender und kann dann keines machen, weil man nur Pflichtpraktikanten nimmt? Irgendwie finde ich das sehr ärgerlich.

Ich möchte an dieser Stelle nicht die Uni dafür verantwortlich machen. Eigentlich ist es gut, dass wir mit den Leuten vom „Praktikumsbüro“ nichts mehr zu tun haben. Aber es ist doch ärgerlich, wenn ich überlege, dass andere Leute da mehr Chancen haben, weil sie im Master noch ein Pflichtpraktikum machen müssen. Da finde ich, werden interessierten Leute mehr „Beinchen“ gestellt, als nötig wäre.

Bundesarchiv, Bild 183-29837-0009 / CC-BY-SA- Arbeitskräfte -

Bundesarchiv, Bild 183-29837-0009 / CC-BY-SA
– Arbeitskräfte –

b) Das 6-Monats-Praktikum

Wie ich bereits schon schrieb, habe ich wegen meines HiWi-Jobs und einiger veröffentlichter und einer noch zu veröffentlichen Kurzgeschichten auch schon Erfahrungen im Bereich von Verlagsarbeit und Publizistik sammeln können. Also habe ich mir gedacht: Wie wäre es denn mit einem Praktikum bei einem Verlag? Habe mich umgesehen und resigniert feststellen müssen: Die Wenigsten wollen Praktikanten, die dort ein paar erste Eindrücke sammeln und feststellen, ob der Beruf etwas für sie ist, sondern solche, die billig als Arbeitskräfte dabei sind und direkt sechs Monate bleiben.Was das Problem an sechsmonatigen Praktika ist, liegt eigentlich klar auf der Hand. Ich werde nicht mit 25 Jahren fertig mit meinem Studium, sondern erst mit 26. Und eigentlich möchte ich nicht wegen eines Praktikums mein Studium um ein Jahr verzögern. Und da ich kurz nach dem sogenannten „Stichtag“ geboren worden bin (Schule betreffend) bin ich dann bereits ein Jahr älter als meine Kommilitonen.Auch möchte ich ungern mein Studium „opfern“ für ein Praktikum, was mir nachher vielleicht gar nichts bringt, weil es mir nicht genügend Spaß gemacht hat. Und von Bezahlung wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden. Sechs Wochen finde ich okay, auch wenn das eine lange Zeit der Semesterferien ist, die dafür drauf geht und im Falle von Klausuren natürlich Schwierigkeiten mit sich bringt. Aber es ist immerhin machbar.

c) Der Aufbaustudiengang

Deutsche Fotothek‎

Deutsche Fotothek‎
– Das Fernsehen zieht an –

Ich habe mich letztes Jahr – kurz vor knapp – für ein Praktikum beim WDR beworben. Kurz vor knapp deshalb, weil der WDR Praktikanten nur zulässt, solange diese noch kein abgeschlossenes Studium haben, bzw. nur dann, wenn sie sich in einem journalistischen Aufbaustudiengang befinden.
Ich persönlich halte diese Regelung für nicht besonders gelungen. Warum? Weil der WDR gleichzeitig möchte, dass man mindestens zwei Semester studiert hat. Zwei Semester, das heißt, man hat insgesamt „nur“ vier „Semesterferien“ die man für das Praktikum nutzen kann. Eines davon dürfte für die meisten wegfallen, weil dann die Bachelorarbeit geschrieben wird, viele machen sich nicht gerade im dritten Semester bereits Gedanken um ein Praktikum beim WDR (O-Ton der Praktikumsdame: Man muss ja nicht gleich in der Königsdisziplin anfangen…) und dann gibt es auch noch solche, die während der Semesterferien arbeiten. Was ich sagen möchte: Die Zeit ist da doch recht knapp bemessen. Und unfair ist es auch noch, da Magisterstudenten – die theoretisch nach drei Jahren zwar keinen Abschluss haben, aber genauso weit sind – sich noch länger bewerben können.

Fazit: 

Ich weiß, dass das Meckern auf hohem Niveau ist. Aber ich persönlich finde es sehr, sehr schade, dass einem, selbst wenn man Praktika machen will (und ich mag diese Tretmühle nicht und die damit verbundene Generation Praktikum ist für mich eine Generation der verlorenen Zeit), solche „Steine“ in den Weg gelegt werden, die man gar nicht aus dem Weg räumen kann, weil es dem Individuum unmöglich ist. Da scheitert das Praktikum nicht an Qualifikation und Anstrengung, an Zeugnissen oder Erfahrung, sondern schlicht und ergreifend an starren Vorschriften. Und das halte ich für meinen Teil für traurig. Für alle, die gerne ein Praktikum an bestimmten Stellen machen würden.

Ein Brief an


Ich wollte die E-Mail an Frau Thein schreiben, habe mich dann aber nicht getraut. Deshalb veröffentliche ich sie jetzt hier:

Sehr geehrte Frau Thein,

auf http://acta.digitalegesellschaft.de/ schrieben Sie, dass es Ihnen um den Schutz des geistigen Eigentums ginge, der in Einklang zu bringen sei, mit der Freiheit des Internets und der Integrität der Bürgerrechte.

Das kann ich verstehen. Aber hier soll es ja um ACTA gehen.

Sind nicht durch ACTA gar nicht die Künstler und Urheber geschützt, sondern vielmehr die Verwerter der Werke? Warum kann ein Video eines Künstlers, welches er selbst auf Youtube hochgeladen hat, durch die GEMA gesperrt werden? Warum können Autoren nicht bei mehreren Verlägen gleichzeitig ihr Buch publizieren lassen?

Dazu kommt, das „geistiges Eigentum“ etwas ungeheuer Schwammiges ist.

Ich meine, jeder Autor hat das Recht darauf, zu entscheiden, was mit seinem Buch passiert und weiterhin hat er selbstverständlich auch das Recht darauf, dieses Werk angemessen bezahlt zu bekommen. Aber ich glaube, darum geht es bei ACTA gar nicht. Es geht nicht darum, dass der Urheber profitiert, sondern vielmehr um die Interessen derer, die die Verwertungsrechte habe. Wieso sind „Die Buddenbrooks“ mehr als 100 Jahre nach Erscheinen immer noch nicht frei zugänglich?

Thomas Mann ist seit 1957 tot, sogar seine drei Kinder, Klaus (gest. 1949), Golo (gest. 1994) und Erika (gest. 1969), die ebenfalls bekannte Schriftsteller waren, sind ebenfalls verstorben.

Ich glaube, dass es vielen ACTA-Gegnern nicht nur um ACTA selbst geht, sondern vielmehr auch um eine Reformierung dieses Verwertungsrechts. Es geht nicht darum, dass man die Leistungen des Künstlers nicht anerkennt, oder das man alles „kostenlos“ haben möchte. Es geht um viel grundsätzlichere Fragen. Der Sohn eines Bauarbeiters profitiert auch nicht mehr davon, dass sein Vater Bauarbeiter war (nichts gegen Bauarbeiter an dieser Stelle, ich sehe es nur als gutes Beispiel). Dass das Verwertungsrecht überhaupt so lange anhält, ist ja noch gar nicht so lange Gang und Gebe. Als Thomas Mann die Buddenbrooks schrieb, war es noch nicht einmal Thema, dass das Buch auch nach seinem Tod noch nicht frei erhältlich gewesen wäre. Ich kann den frommen Wunsch – den manch einer gerne äußert – danach, dass auch die Kinder von Schriftstellern noch von den Werken der Eltern (Mütter wie Väter) profitieren sollen, nachvollziehen.

Aber ist das wirklich der Grund für das Verwertungsrecht bis 70 (!) Jahre nach dem Tod? Wenn ich mir das so vorstellen, dann denke ich eigentlich eher, dass es ein Interesse derer ist, die die Verwertungsrechte haben. Namentlich der Verläge. Wäre ich der Abkömmling eines Schriftstellers und nicht einer Krankenschwester, dann würde ich vielleicht anders darüber denken. Aber im Endeffekt bleibt es doch dabei: Der eigentlich Künstler, Urheber, des Werkes, hat nichts von den Verwertungsrechten, die bis 70 Jahre nach seinem Tod weiter laufen. Das heißt, ein ganzes Menschenleben. Meine Oma ist nach dem Erscheinen der Buddenbrooks geboren worden (ca. 30 Jahre) und es ist nicht unmöglich, dass sie vor Ablauf der Verwertungsrechte verstirbt. Das muss man sich doch eigentlich mal vor Augen halten.

Ich möchte hier keineswegs polemisieren, ich schreibe nur auf, was mich im Zuge der ACTA-Debatte bewegt und was auch meine tiefsinnigeren Gedanken dazu sind.

Bevor ich schließen möchte, möchte ich noch etwas zum Thema Verwertungsrecht aufgreifen, dass vielleicht auf den ersten Blick weit hergeholt zu sein scheint.

Es geht mir um soetwas wie „Veränderung“ des Werkes. Es ist schon nicht ganz legal, ein Lied, etwa von Herbert Grönemeyer, selbst zu covern und auf Youtube unentgeldlich hochzuladen. Meines Wissens nach befindet man sich dabei in einer rechtlichen Grauzone. Hätte es diese Grauzone vor etwa 1800 Jahren bereits gegeben, großartige Werke, wie etwa das Nibelungenlied (Anonym), der Parzival (Wolfram von Eschenbach) oder die vielen Arthusromane (Wolfram von Eschenbach, Hartmann von Aue), wären uns vorenthalten gebleiben, weil sie auf der Veränderung bereits gegebener Werke fußten. Genauso etwa Musikstücke, bei denen sich namenhafte Komponisten bei anderen namenhaften Komponisten bedienten und ihre Motive und Themen aufgriffen, veränderten und neuartige, wunderschöne Stücke schafften. Ich weiß nicht, ob Sie Zeit haben, diesen ganzen Sermon zu lesen. Persönlich muss ich sagen, dass ich für die meisten Abgeordneten, die wirklich etwas tun, Anerkennung zeigen kann. Ich würde mich aber dennoch sehr glücklich schätzen, würden Sie vielleicht den ein oder anderen Gedanken mal für sich revue passieren lassen und ihn weiter tragen.

Hochachtungsvoll,

Eva

ACTA


Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Jan Eglinger, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Osaka_hankyu_railroad_crossing.jpg

Freiheit ‚gen Norden
Eine Schranke senkt sich
Ein Zug kommt
rast über die Freiheit
überfährt, überrollt
um ein paar Wenige ans Ziel zu bringen.

Freiheit ‚gen Osten
Eine Schranke senkt sich
Wieder ein Zug
alle, die hier leben,
umkreist, überwacht
um ein paar Wenige ans Ziel zu bringen.

Freiheit ‚gen Westen
Eine Schranke senkt sich
Der gleiche Zug
überall Kinematographen, die überwachen
aufzeichen, wiedergeben
um ein paar Wenigen die Freiheit zu opfern.

Freiheit ‚gen Süden
Eine Schranke senkt sich
Der schnelle Zug
der nur wenigen Geld bringen kann
verschlingt, frisst auf
die Freiheit.

(Unter CC-BY-SA)

Die Rechtschreibung der Jugend – und die politische Vorstellung des Hans Zehetmair


Heute mal was zu einem Artikel – bzw. (ha, eine Abkürzung) zu einem Artikel außerhalb der Aachener Nachrichten und insbesondere auch zu dem Herren, auf dessen „Mist“ dieser Artikel mehr oder minder gewachsen zu sein scheint: Klick Mich.

Quelle: Wikimedia, Autor: Wolf-Dieter; Unter CC-Lizenz

Da hätten wir also den Herrn Hans Zehetmair. Ehemaliger Staatsminister für Wissenschaft und Kunst (von 1989 – 2003) der sich darüber echauffiert, dass die Rechtschreibung der heutigen Jugend so katastrophal wäre. Dies macht er – vereinfacht gesprochen – vor allem an der Schriftsprache im Internet und im SMS-Verkehr fest. Durch Abkürzungen wie HDL, lol und Co. würde sie Sprache der Jugendlichen zu einem Untergang der Rechtschreibung werden – und damit des christlichen Abendlandes. Mehr dazu im Artikel.

Zunächst mal wird in diesem oben angegebenen Artikel bereits deutlich, dass es dazu durchaus andere Positionen gibt und das es keinesfalls so ist, dass durch SMS- und Internetsprache ein „Sprachverfall“ eintritt, sondern ganz klassisch ein Sprachwandel. Wie er immer und immer und immer wieder stattfindet.

Durch veränderte Wortbedeutungen (ganz klassisches Beispiel ist hier das Wort „geil“), durch Einflüsse anderer Sprachen (früher Französisch, heute Englisch) und viele, viele andere kleine Dinge. Das dann heute Abkürzungen auftauchen, ist also per se nicht weiter verwunderlich, schaut man mal über den eigenen CSU-Tellerrand hinaus (Achtung, Polemik).

Aber weniger dazu. Vieles von dem, was der Herr Zehetmair im Artikel von sich gibt, lässt sich leicht am eigenen Wissen mehr oder minder wiederlegen. Jeder, der schon mal Stefan Wolf gelesen hat – TKKG, wer mit dem Autorennamen nichts anfangen kann – der weiß, dass jede Generation so seinen eigenen Sprachgebrauch hat. Was heute „mega“, „geil“ und „alder“ sind, dass waren früher eben andere Wörter. Wer die Großeltern und Eltern reden hört, dem wird das genauso klar werden.
Man muss die Veränderung der Sprache nicht gut heißen, aber sie zu diffamieren, in dem man auf Sprachverfall und die Jugend schimpft, ist auch nicht der richtige Weg.

Viel schöner finde ich jedoch, was der Herr in anderen politischen Fragen von sich gibt und ich zitiere hier mal aus dem Wikipedia-Artikel über den Herrn Zehetmair:

Anfang 1988 verordnete Zehetmaier, dass zukünftig alle Unterrichtsfächer „die religiöse Dimension der Gegenstände einbeziehen“ sollten. Unter seiner Verantwortung erhielten bayerische Grundschüler je eine Wochenstunde Musik- und Kunstunterricht, während pro Woche drei Stunden Religionsunterricht vorgesehen war. Der Umfang des Religionsunterrichts für Gymnasiasten und Hauptschüler belief sich auf zwei Wochenstunden, während diesen gleichzeitig nur eine Stunde für Geschichte und Sozialkunde zur Verfügung stand.“

Die Hervorhebungen stammen von mir.
Beachtenswert: herr Zehetmaier hat Geschichte und Sozialkunde studiert.

Noch was Schönes aus seiner Zeit als Wissenschaftsminister im schönen Bayern:

„Nachdem der religiöse „Freundeskreises Maria Goretti“ gefordert hatte, den Kinderbuch-Klassiker „Der Krieg der Knöpfe“ von Louis Pergaud aus dem Kanon bayerischen Schulliteratur zu entfernen, weil in ihm die Kopulation zweier Hunde beschrieben wird, kam Zehetmair den Forderungen nach“

Und ich dachte, das hätte sich in den 80er Jahren schon etwas – auch in Bayern – modernisiert.

oder auch seine Haltung gegenüber der „modernen Frau“:

„Während seiner Amtszeit erklärte Zehetmaier in den 1980er Jahren, dass zum Frauenbild, das Bayerns Schulbücher vermitteln sollen, die moderne Frau gehört, die im Gebet Halt findet.“

Schön, nicht wahr? Die moderne Frau soll im Gebet halt finden. Das sind uralte Ansichten und sind sicherlich auch für die moderne Frau in Bayern in den 80er Jahren veraltet waren. Obwohl es da noch so einige merkwürdige Ansichten gab. Zu seiner moralischen Sexualvorstellung muss glaube ich an dieser Stelle nicht mehr viel gesagt werden, aber das es lange Zeit in bayrischen Schulbüchern keine Abbildungen von nackten Menschen sondern nur eine Art von „Strichmännchen“ gab, braucht nicht weiter erklärt werden. Findet sich aber ebenfalls im Wikipedia Artikel.

Richtig, richtig toll fand ich jedoch seine Haltung zur Homosexualität:

Quelle: Wikimedia; Autor: ShakataGaNai and Rama; Unter CC-Lizenz

„Homosexualität bezeichnete er 1987 im Bayerischen Fernsehen als „contra naturam […] und im Grunde [..] krankhaftes Verhalten“ und ergänzte, dass „dieser Rand […] ausgedünnt werden [muß].“
Zehetmaier hatte im selben Jahr bereits zuvor den Aids-Erreger als „Symptom einer maroden Gesellschaft“ bezeichnet und Homosexualität im „Randbereich der Entartung“ verortet. Er empfahl auch in diesem Zusammenhang erneut: „Das Umfeld der ethischen Werte muß wiederentdeckt werden, um diese Entartung auszudünnen“.

Auch hier sind die Heraushebungen von mir.
Ich glaube dazu muss nicht mehr viel gesagt werden.

Natürlich sagen diese Zitate und die Tatsache, dass er Lehrer, die wohl eine andere Ideologie hatten, als die der CSU, wohl am liebsten entlassen hätten, nichts direktes über sein Engagement im „Rat für deutsche Rechtschreibung“ aus, aber ich finde es bedenkenswert, dass sich so ein Mensch, der sich in den 80ern und 90ern gegen Reformen und Modernisierungen stemmte, wie der Damm gegen das brausende Meer, sich heute – zwanzig – dreißig Jahre später, immer noch solch ein Gehör findet. Ich sehe in solchen Menschen, die Homosexualität als Krankheit sehen und modernen Frauen im Gebet, sind diejenigen, die jegliche Veränderung, jegliche Modernisierung ablehnen. Bei dene alles am liebsten so bleibt, wie es ist und die eine Veränderung ihrer alten Gewohnheiten nicht tolerieren können. Dazu gehört wohl auch die deutsche Sprache. Das sich Sprache in einem kontinuierlichen Wandel befindet, ist nicht abzustreiten, auch nicht, dass Martin Opitz im Barock bereits gegen den Einfluss der französischen Sprache wetterte. Gebracht hat es im Endeffekt wenig. Viele deutsche Wörter stammen immer noch aus dem Französischen, wie etwas „Karosserie, Thermometer und Büro.“ Tja, und mit letzterem Wort wohl auch die „Bürokratie.“
Das es viele unnötige Anglizismen gibt, bleibt unbestritten, aber man kann sie weder wegdiskutieren, noch verbieten. Sprachwandel kommt – und geht. Es bleibt nie etwas gleich. Daran muss man sich gewöhnen, genauso wie an den CSD, den es mehr oder minder schon gab, als Zehetmair seine antihomosexuellen Ressentiments von sich gab (ha, noch ein französisches Lehnwort).

Ich möchte hier jetzt nicht sagen, was manche wohl über die Sprechweise von Herrn Zehetmair denken, man weiß ja, wie CSU und CDU Politiker auf sowas reagieren. Aber ich glaube, die meisten werden es sich wohl denken können.

Schade finde ich es, dass es einer Zeitung nicht gelingen möchte, neben den Aussagen im oben verlinkten (ha, ein Anglizismus) vernetzten Artikel, auch auf frühere Aussagen zu verweisen. Die würden dann nämlich deutlich machen, dass sich der Herr Zehetmair vermutlich gar nicht richtig damit auseinandergesetzt hat, was Sprachverfall ist und warum die „deutsche Jugend“ so spricht, wie sie spricht.

HEL.

Danke AStA


Mehr mobile Freiheit - nicht weniger

Vielen herzlichen Dank hierfür, lieber AStA: LINK.

Ganz vielen herzlichen Dank für eure absolut sture Haltung gegenüber eines Tickets, welches nötig ist für viele Studenten, um hier überhaupt mobil zu bleiben. Danke, dass ihr es schafft, direkt euer ganzes Ansehen gegenüber mir und sicherlich auch anderen Studenten dermaßen in den Keller zu treiben, dass es mir lieb wäre, der AStA würde direkt neu gewählt werden.

Ist euch eigentlich klar, was ihr da tut?
Ist euch klar, dass eure Haltung – solltet ihr sie beibehalten – dazu führt, dass die RWTH die einzige Hochschule in ganz NRW ist, die gar kein Semesterticket besitzt? Nicht einmal eines für die eigene Innenstadt?

Lieber AStA: Das ist nicht tolerierbar. Gar nicht, überhaupt nicht.

Ganz ehrlich, ich bekomme das Kotzen beim Gedanken daran, dass die Studentenvertretung sich dermaßen stur stellt und dermaßen gegen die Bedürfnisse der eigenen Studenten vorgeht. Ich sehen dahinter keinen anderen Grund als den, das der AStA sich profilieren möchte, in dem er vorgibt, er würde für die Studenten sorgen, in dem er bei Verhandlungen stur bleibt. Diese Verhandlungen gründen sich auf Kompromisse. Und der AVV ist euch schon entgegen gekommen in dem er mit dem Preis runter gegangen ist.
Ich kann verstehen, dass ihr die 12 Euro Erhöhung nicht gut heißen wollt, aber das ist jetzt wirklich zu viel. Das Tickets teuer werden ist eben so und in gewissem Maße auch verständlich.

Also: Was wollt ihr erreichen? Wollt ihr ernsthaft, dass die Studenten Aachen als Studienort nicht in Erwägung ziehen, weil es kein Semesterticket gibt? Wollt ihr ernsthaft, dass euch die Studenten aufs Dach steigen, weil ihr es geschafft habt, ihnen die Mobilität zu nehmen?

Wo liegen eure Gründe? Wo liegen die tatsächlichen Gründe? Ich möchte keine halbgaren Antworten wie in dem oben verlinkten AN-Online Artikel haben. Eine solche Antwort – das dürfte sogar euch klar sein – ist Unsinn. (Für alle, die den Artikel nicht lesen wollten: Der AStA meint, dass das „Angebot“ des AVV den Studierenden nicht zu vermitteln sei.“

Hallo? Lieber AStA? Ist das euer Ernst? Wisst ihr, was den Studenten nicht zu vermitteln sein wird? Das man wegen blöder 5,01€ für ein halbes Jahr direkt das ganze Ticket in den Boden stampft! Auch bei 12 Euro mehr wäre das nicht vermittelbar gewesen.

Ich prophezeihe dem AStA einen schnelleren Untergang als ihm lieb ist, sollte er es tatsächlich schaffen, den AVV so sehr zu vergraulen, dass eine Verhandelbarkeit des Preises unmöglich wird. Hört euch doch mal selbst zu! Wohnt ihr alle so zentral, dass ihr auf ein Busticket verzichten könnt? Habt ihr alle ein Auto, welches es euch möglich macht, mobil unabhängig zu sein? Wollt ihr nicht am Wochenende auch mal zu euren Eltern fahren? Habt ihr genug Geld, die Tickets aus eigener Tasche zu finanzieren?

Wenn ja, dann seit ihr für mich und sicherlich auch genügend andere Studenten keine ausreichenden Repräsentanten.

Denn der normale Student, der vielleicht auch in „Aachen – Rothe Erde“ wohnt und am Wochenende gerne zu seine Eltern nach Hintertupfingen fährt, braucht das Ticket.

Ist wohl nicht viel mit Freiheit...... (Eugene Delacroix: Die Freiheit führt das Volk)

Das Ticket ist für einen großen Teil der Aachener Studenten der Garant, überhaupt mobil zu sein. Fahrradfahren ist in Aachen in vielen Fällen nämlich keine Alternative und das Auto erst recht nicht. Ich möchte euch nicht wieder vorrechnen, wie teuer dass für jemanden wird, der am Tag mehrmals zwischen den Campi pendeln muss, auch nicht möchte ich euch vorrechnen, wie sich das mit Bahnfahrten verhält. Das müsstet ihr als Studentenvertretung eigentlich selbst wissen.

Also: Tut euch und den Studenten einen Gefallen und kommt auch dem AVV entgegen! Das ist besser, als die Alternative, die da lauten würde: Gar kein Ticket.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Eva

Masterprobleme


Liebe Fakultät 7 der RWTH-Aachen,

Wenn die eigenen Pläne in Rauch aufgehen. (Bild von Ralf Roletschek) Originallink zum Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2008-10-19-niederfinow-39.jpg

ich wende mich hiermit wegen eines Problems an Sie, welches Sie vielleicht noch gar nicht bedacht haben.
Oder aber bedacht – und ignoriert haben.
Oder bedacht, nicht ignoriert, aber beiseite geschoben haben.

Aber von vorne:
Als ich vor zwei Jahren (also WS 09/10) angefangen habe, einen Zwei-Fach-Bachelor in Aachen zu studieren, ist eine Umfrage gemacht worden, ob es uns lieber wäre, einen Ein-Fach-Bachelor/Master oder einen Haupt-Nebenfach-Bachelor/Master zu machen (für alle, die es nicht wissen: Zwei-Fach-Bachelor/Master heißt, dass ich zwei Fächer gleichgewichtet studiere). Ich war neu im Studium und habe mich von den älteren Studenten in dieser Umfrage wohl etwas beeinflussen lassen. Vermutlich haben diese es auch unbewusst gemacht. Auf jeden Fall war ich damals, wenn mich nicht alles täuscht, dafür, dass man den Zwei-Fach-Bachelor/Master umstellt auf ein „Haupt- und Nebenfach-System.“ Oder, dass man eine Wahlfreiheit lässt. Danach habe ich nichts mehr davon gehört. Gar nichts. Nada. Weder über das Seniorat, noch über das Dekanat noch über die Fakultät.
Weil ich jetzt bereits im fünften Semester bin und im nächsten Semester meine Bachelorarbeit schreiben möchte, gewinnt das Thema „Master“ einen neue Brisanz für mich. In den zwei Jahren, die ich bereits in Aachen studiere, habe ich mich darauf vorbereitet und auch dafür entschieden, hier in Aachen meinen Zwei-Fach-Master zu machen. Vor einigen Wochen redete ich mit einigen Kommilitonen darüber, die mir mitteilten, es wäre IRGENDWANN mal eine E-Mail vom Seniorat herumgegangen, in der gestanden habe, dass der Einfach-Master zum WS 2012/2013 (also MEINEM Masteranfang) kommen soll. Ich war baff. Darüber liegt nämlich weder auf der Dekantatsseite, noch auf der Seite der jeweiligen Institute eine Meldung vor. Im Gegenteil. Dort wird immer noch der alte Masterstudienplan „beworben“.
Ergo: Ich habe bei der Fachstudienberatung angerufen. Diese teilte mir mit, dass da ein Einfach-Master in der Planung wäre, der FRÜHESTENS zum WS 2012/2013 kommen sollte. Die nette Frau am Telefon meine AUCH, dass es sehr, sehr unwahrscheinlich wäre, dass das tatsächlich klappt. Eva ist also beruhigt.

Nun sind wir zwei-drei Wochen später. Da geht eine E-Mail vom Germanistik-Seniorat rum, in der steht, dass man uns an der Gestaltung eines neuen Bachelors, auf den der Master dann aufbauen soll, beteiligen sollten. Und IN dieser E-Mail steht drin, dass dieser neue Studiengang SPÄTESTENS zum WS 2013/2014 eingerichtet werden soll. Ui. Tolle Wurst (wie mein Vater zu sagen pflegt).
Ich habe mir die ganze Sache natürlich betrachtet und auch meine Meinung dazu kund getan. Einmal in einer (schlechten) Umfrage, und einmal via E-Mail beim Seniorat. Diese haben mir mittlerweile auch geantwortet, konnte mir aber in den brennensten Frage nicht weiterhelfen.

Mein Problem liegt nämlich genau HIER:

WARUM gibt man bei solchen GRUNDSATZFRAGEN ein Datum an, wann etwas SPÄTESTENS eingerichtet werden soll? Ich will eine Antwort darüber haben, wann etwas FRÜHESTENS kommt. Dies hat einen einfachen Grund:
Ich möchte wissen, ob ich mein Studium, so wie ich es vor einem halben Jahr geplant habe, auch weiter führen kann. Schließlich habe ich hier in Aachen eine Wohnung (mit meinem Freund), die ich ungerne aufgeben möchte, ich habe mich eingelebt und bin zufrieden. Im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen möchte ich keine Einfach-Master (mehr) machen, und die meisten von diesen haben sich sogar schon Universitäten ausgesucht oder zumindest einige präferiert, an die sie wechseln wollen um da ihren Master zu machen. Das finde ich vollkommen in Ordnung, jeder darf da studieren, wo er möchte.
Das jetzt in Aachen eventuell (Betonung eventuell) ein Ein-Fach-Master kommt, macht die Situation nämlich auch für sie (wieder) komplizierter. Will man dann vielleicht doch hier bleiben? Was, wenn der Master dann doch nicht kommt?

Aber WARUM schafft es dann die RWTH (bzw. die Verantwortlichen) nicht, rechtzeitig darüber zu informieren,

Hart ausgebremst

wie der Stand der Dinge ist? Und ich meine damit nicht ein halbes Jahr (also ein knappes Semester) vorher, sondern ich meine damit MINDESTENS ein Jahr vorher. Denn ein Universitätswechsel muss geplant werden, eine Zukunft muss geplant werden. Und das geht nicht einfach so. Das geht gerade nicht zwangsläufig in einem halben Jahr, wenn man bisher andere Pläne hatte.
Ganz ehrlich? Ich studiere noch keine drei Jahr hier in Aachen, habe schon eine Prüfungsordnungswechsel mitgemacht, war in einigen Veranstaltung Versuchskaninchen (und damit häufig Mit-Leidtragende) und habe mich durch Modulvorschrift um Modulvorschrift gequält, um zu wissen, wo ich Teilnahme- und wo ich Leistungsnachweise brauche. Das war nicht schön. Ich habe keine LUST und eigentlich auch keine Nerven mehr dafür, im Master WIEDER ein solches Versuchskaninchen zu sein, nur weil man jetzt unbedingt was vom Zaun brechen möchte. Warum nicht einfach den Zwei-Fach-Master auslaufen lassen? Momentan haben wir doch auch mindestens zwei verschieden Bachelorprüfungsordnungen, wir haben Lehrämtler (Staatsexamen), Magister und Master in unseren Veranstaltungen. Wieso kann man es dann nicht schaffen, für alle, die spätestens im WS 2011/2012 angefangen haben (mit dem Bachelor), einen Zwei-Fach-Master anzubieten und ihn danach (wie die Diplomstudiengänge in etwa auch) auslaufen zu lassen? Ich weiß, dass das kompliziert ist. Aber ich fände es deutlich fairer, als dieser doch etwas plötzliche und ziemlich unkoordinierte Auftritt eines neuen Studiengangs.

Ich möchte mich nämlich NICHT zwischen einem meiner Fächer entscheiden. Ich mache beide gerne. Hätte ich vor zwei Jahren gewusst, das der Master hier nicht als Zwei-Fach-Master angeboten wird, dann hätte ich vielleicht anders studiert. Vielleicht hätte ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, an eine andere (nahegelegen) Universität zu wechseln. Aber jetzt? Jetzt ist das meines Erachtens viel zu spät. Und auch die vom Seniorat ausgehende Angabe, man wolle bis zum Ende des jetzigen WS fertig sein halte ich a) für utopisch und b) für genauso kurzfristig.

Versuchskaninchen - Klein und unschuldig. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baby_rabbit_nest.jpg

Ebenso ein Problem ergibt sich für auswärtige Studenten. Denn diese wissen vermutlich noch GAR NICHTS von dem neuen Plan. Wenn ich also jetzt überlege, von einer anderen Uni nach Aachen zu wechseln, dann rechne ich damit, dass es hier einen Zwei-Fach-Master gibt, denn ich studieren kann. In einer beliebigen Kombination. Da sich – wie bereits gesagt – auch keine anderen Informationen finden lassen, würde ich davon ausgehen, dass sich da auch nichts ändert. Dass es das doch tut, ist eben nicht einsehbar.
Das heißt: Wenn ich mich als Auswärtiger jetzt dafür entscheide, in Aachen zu studieren, vielleicht sogar schon anfange mit einer Wohnungssuche (früh übt sich) und mich mental auch darauf vorbereite, hier zu studieren und dann ein halbes Jahr (maximal) vorher darüber in Kenntnis gesetzt zu werden, dass das doch nicht geht, halte ich für grenzwertig. Das wirft auch kein gutes Licht auf die Arbeit des Dekanats.

Zudem gibt es speziell mit der Vorstellung des neuen Bachelorstudiengangs in der „Germanistik“ (ich studiere ja noch Literaturwissenschaft, was sich unterscheidet). Man möchte nämlich gerne die Germanistik, die Romanistik und die Anglizistik zusammen packen. Heißt das jetzt, dass ich Englisch und Französisch können muss? Problem 1: Ich spreche kein Französisch. Problem 2: Mein Englisch ist nicht annähernd gut genug für ein Studium dieser Sprache. Problem 3: Wenn sich der neue Master am Bachelor orientiert, soll ich dann plötzlich im Master Französisch sprechen? Fragen, die mir bisher keiner beantwortet hat.
Zudem würde ich gerne auch mein Politikstudium so fortsetzten, wie ich es bisher geplant habe. Dort gibt es auch keinerlei Information darüber, wie sich das denn da gestalten soll.

Alles in allem bin ich mehr als unzufrieden mit der Informationspolitik. Das Seniorat – da bin ich mir eigentlich sicher, nachdem ich auf meine erste Beschwerde eine Antwort bekommen habe – kann da recht wenig für. Aber das Dekanat hätte vielleicht nicht auf eine Umfrage zurückgreifen sollen, die vor zwei Jahren gemacht worden ist, sondern jetzt noch mal fragen sollen. Und zwar vor allem diejenigen, die es bald betreffen könnte. Das sind nicht einmal zwangsweise die im dritten Semester. Aber ich finde, im fünften haben doch viele ihren weiteren Universitätsweg geplant und haben sich dann entweder für oder gegen einen Universitätswechsel (oder den Master überhaupt) entschieden.
Das da jetzt sowas läuft sollte meines Erachtens noch mal genau überdacht werden und zwar so, dass man vielleicht auch ein ganzes Jahr Zeit hat, darüber nachzudenken (z.B. in dem man den tatsächlichen Wechsel erst zum WS 2013/2014 macht. Dann haben diejenigen, die jetzt im dritten Semester sind, wenigstens noch genug Zeit, sich da was zu überlegen.

Mit freundlichen Grüßen,

Eva