Comic – Shazam


Nach vielen Drei-Fragezeichen-Rezensionen mal wieder etwas zu einem Comic:

Einige Daten: 

Autor: Geoff Johns
Zeichner: Gary Frank
Farben: Brad Anderson
Übersetzer: Christian Heiss
Erschienen bei: Panini
Jahr: 2014
Reihe: DC remium 85

Inhalt: 

Der 15 Jahre alte Billy Batson ist kein einfacher Junge. Er wurde von Waisenhaus zu Waisenhaus gereicht, hat einen sehr schwierigen Charakter und möchte eigentlich nur weg von Leuten, die ihm etwas sagen wollen. Seine einzige „Familie“ ist ein Tiger im örtlichen Zoo.
Doch hinter Billy Batson verbirgt sich mehr als es auf den ersten Blick den Anschein hat, denn eines Tages wird er, nachdem er von Zuhause ausgerissen ist, von einem uralten Magier in den „Felsen der Ewigkeit“ entführt. Dort stellt sich heraus, dass Billy Batson der „Wirt“ für Shazam ist, jenen großen Magier, dessen Kräfte Blitz und Donner beeinflussen und der der einzige ist, der der bösartigen Magie Einhalt geben kann. Gleichzeitig ist von einem zwielichtigen Mann, der Hilfe für seine Familie sucht, auch der tyrannische „Black Adam“ befreit worden, der den alten Magier – später Shazam – finden möchte, um sich dessen Macht einzuverleiben.

Billy muss erst erkennen, was Familie bedeutet um die Welt von der Bedrohung durch Black Adam befreien zu können.

 

Kritik: 

Dieses DC-Premium-Heft ist meine erste „richtige“ Begegnung mit Shazam, ehemals Captain Marvel, der für mich bisher maximal eine Randfigur gewesen ist. Vom Autor Geoff Johns hatte ich jedoch schon einige andere Hefte gelesen (Secret Origins: Green Lantern; Secret Origins: Superman; Batman: Erde Eins), die mir ausnahmslos alle sehr gut gefallen haben. Auch die Zeichnungen sagten mir auf den ersten Blick zu, so dass ich zugegriffen habe. Shazam präsentiert sich hier – auch wenn ich natürlich wenig bis gar kein Vorwissen über diese Figur habe – im Rahmen der New52 und hat somit vermutlich wie alle anderen Figuren auch eine Generalüberholung bekommen.
Man kann durchaus sagen, dass dieses Heft gelungen ist. Eine spannende Geschichte, die sich sehr auf den Ursprung Shazams als auch auf die Herkunft von Billy Batson bezieht.
Schnell wird klar, dass das Hauptmotiv hinter der Geschichte hier die „Familie“ ist. Dies hervorzuheben ohne, dass es wie mit dem Holzhammer eingeprügelt wirkst, schafft Johns gut, auch wenn sich zumindest der Wink mit dem Zaunpfahl von Anfang an nicht abstreiten lässt. Überall ist die Familie zu finden, die neue Pflegefamilie von Billy Batson, die Familie von Black Adam, die Familie des ersten Shazam, die familiäre Beziehung, die der Protagonist zu dem Tiger Tawny aufgebaut hat. Und schließlich endet das Heft auch mit der Erkenntnis, was „Familie“ eigentlich bedeutet.
Wie in den anderen Heften von Johns auch, konzentriert sich Shazam stark auf die Entwicklung der Figuren, weshalb es relativ wenig Actionszenen in dem doch sehr langen Heft gibt. Es ist natürlich nicht so, dass diese gar nicht existieren, das wäre dem Genre auch nicht angemessen, aber sie sind doch eher auf den hinteren Teil des Heftes konzentriert, in dem es mit Black Adam so richtig zur Sache geht. Hier fliegen dann Helden durch die Luft und Autos werden hochgehoben. Ganz in alter Superheldenmanier, so wie es sich gehört, würde man sagen.

Es gibt in dem Heft eine ganze Menge Antagonisten. So ist eigentlich recht früh klar, dass der „Gegner“ Shazams in diesem Heft wohl Black Adam sein wird, die Wurzel allen Übels ist er aber nicht. Vielleicht bleibt er deshalb im Gesamten gesehen etwas „farblos“. Man erfährt zwar etwas über seine Vergangenheit und auch über die Motivation, aber mir fehlt da etwas. Der Drahtzieher wird sicherlich für spätere Geschichten wieder relevant, vermutlich ist er auch ein Hauptgegner Shazams. Zudem ist auch für ihn die Familie ein Motivator. Dann gibt es natürlich noch den menschlichen Antagonisten, der nicht nur Billy, sondern auch seiner Familie das Leben schwer macht. Dieser ist vielleicht die Figur, die den Leser am ehesten saturiert, denn er bekommt, gefühlt, am Schluss seine gerechte Strafe, in dem er von allen denen ausgelacht wird, über die er bisher gelacht hat. Der Leser bleibt mit süffisantem Lächeln auf dem Gesicht zurück.

Auch die Zeichnungen dürfen natürlich bei einem Comicheft nicht unberücksichtigt bleiben, schließlich sind sie ein wesentliches Merkmal.
Frank arbeitet öfter mit Geoff Johns zusammen, beispielsweise auch bei Superman: Origins oder Batman: Erde Eins, und er ist ein Zeichner, dessen Bilder meistens sehr ansprechend sind. Zwar sehen sich Black Adam und Shazam bisweilen im Gesicht sehr ähnlich, aber ich persönlich glaube, dass das nicht unabsichtlich geschieht. Ansonsten muss man sagen, dass es Frank gelingt, unterschiedliche Gesichter zu zeichnen, die auch „naturalistisch“ aussehen. Da gibt es ganz andere Kaliber im DCU. Vor allem gelingt es auch, sich nicht an Vorlagen zu orientieren, Shazam sieht weder aus wie Clark Kent noch wie Bruce Wayne was wirklich nicht jedem Zeichner gelingt.

Fazit:

Ein schönes Heft mit einigen Abzüge in der B-Note. So ist das Finale zwischen Black Adam und Shazam zwar ausführlich beschrieben, bleibt aber im Vergleich zum Rest des Heftes und zu anderen Comics etwas „unspektakulär“, auch wenn es durchaus seine Momente hat. Man könnte durchaus daraus einen Film (Animation) machen, die Musik würde vermutlich in einigen Szenen Akzente setzten können, die sich im Heft nicht setzten lassen. Schön ist die Konzentration auf die Figur Billy Batson, die man hier kennenlernt, sowie die humoristischen Anspielungen nach der ersten Verwandlung in Shazam. Zudem gelingt es gut, einen Wandel in der Figur von Billy Batson darzustellen.

Dieses Heft ist sicherlich für Neueinsteiger sehr gut geeignet, nur muss man sich schon darüber im Klaren sein, dass wir uns in einem Superheldencomic befinden. Da kann es mit der Logik (nicht der Internen, die ist gut gelungen) schon mal etwas – schwierig werden. Und natürlich sehr fantastisch.

 

Alles in Allem ein lohnenswerter Kauf: 9/10 Punkten

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